Conexeu Sciences entwickelt bio-regenerative ECM-Technologie zur Gewebeerneuerung

Warum das wichtig ist: Abnehmen kann Ihr Gesicht verändern

Immer mehr Menschen nehmen Medikamente ein, die als GLP-1-Rezeptoragonisten bezeichnet werden, um Gewicht zu verlieren. Diese Mittel können beim Abnehmen helfen, führen aber manchmal zu sichtbaren Veränderungen im Gesicht – etwa zu einem Verlust an Fülle, schlafferer Haut oder einer veränderten Hautstruktur. Manche sprechen in diesem Zusammenhang vom sogenannten „Ozempic-Gesicht“.

Diese sichtbaren Veränderungen entstehen nicht nur durch den Verlust von Fett. Auch die Schicht, die Haut und Fett miteinander verbindet, kann sich abbauen. Dadurch wirkt das Gesicht oft eingefallener oder schlaffer, selbst wenn das Gewicht bereits reduziert wurde.

Eine neue Idee von einem jungen Unternehmen

Conexeu Sciences entwickelt eine neue Art von Injektionsbehandlung, die darauf abzielt, das zugrundeliegende Gewebegerüst zu unterstützen – und nicht nur den Raum aufzufüllen, wie die Geschäftsführer Miles Harrison und Brian Pilcher berichten. Dieses Projekt liegt an der Schnittstelle zwischen regenerativer Medizin und ästhetischer Dermatologie.

Harrison bringt Führungserfahrung im Bereich Dermatologie und Ästhetik mit, Pilcher ist Zell- und Molekularbiologe und hat an Wundheilung sowie injizierbaren Behandlungen gearbeitet. Beide sagen, sie seien von Conexeu angezogen worden, weil der Ansatz eine Schwäche herkömmlicher ästhetischer Behandlungen angeht: Diese können zwar verlorenes Volumen ersetzen, stellen aber nicht immer die Struktur des Gewebes wieder her.

Was ist die extrazelluläre Matrix (ECM)?

Extrazelluläre Matrix bezeichnet das Netzwerk aus Proteinen und Zuckerstoffen, das zwischen den Zellen in der Haut und anderen Geweben liegt. Man kann es sich wie ein Gerüst vorstellen, das der Haut Form und Stabilität verleiht. Wenn dieses Gerüst beschädigt wird, wirkt die Haut dünner, schlaffer oder weniger widerstandsfähig.

Wie die meisten Filler wirken – und was hier anders ist

Übliche Injektionsmittel wie Hyaluronsäure-Filler sorgen vor allem für mehr Kontur und Volumen oder regen eine gewisse Gewebereaktion an. Sie eignen sich gut zum Formen und Glätten, ersetzen aber nicht das eigentliche Gewebegerüst.

Der Ansatz von Conexeu wird vom Unternehmen als bio-regenerativ beschrieben. Statt nur als Volumenfüller zu wirken, soll das Material als temporäres Gerüst dienen, das die körpereigenen Zellen unterstützt, in das Gewebe einzuwandern und den Bereich umzubauen (laut Unternehmensangaben).

Wie das Material angewendet wird

Das Produkt, an dem Conexeu arbeitet, ist ein thermosensitives Material aus extrazellulärer Matrix. Es wird in getrockneter Form geliefert und direkt in der Arztpraxis angemischt. Bei Raumtemperatur bleibt es flüssig, was das Injizieren mit einer Spritze und feiner Nadel erleichtert.

Im Gewebe angekommen und auf Körpertemperatur erwärmt, beginnt das Material innerhalb von etwa zehn Minuten zu gelieren. Das entstandene Gel soll an Ort und Stelle bleiben und als lokales Gerüst dienen, in das Zellen einwandern können, damit sich das Gewebe im Laufe der Zeit neu formt (laut Unternehmensangaben).

Was die erste Studie untersucht hat

Conexeu führte eine zwölfmonatige Machbarkeitsstudie durch, in der das Material unter und in der Haut getestet wurde. Dabei wurden unter anderem die Gewebereaktion, Entzündungen, die Verweildauer des Materials, das Einwachsen von Gewebe sowie mechanische Eigenschaften im Vergleich zu etablierten injizierbaren Fillern untersucht (laut Unternehmensangaben).

Das Unternehmen berichtet, dass die ersten Ergebnisse vielversprechend sind, die detaillierten Befunde aber noch nicht veröffentlicht wurden. Diese werden derzeit für eine Abstract-Einreichung und Begutachtung vorbereitet, sodass vollständige Daten und unabhängige Bewertungen noch ausstehen (laut Unternehmensangaben).

Conexeu weist außerdem darauf hin, dass die Technologie auf mehr als einem Jahrzehnt Forschung basiert, die an der University of British Columbia begann und auf begutachteten Arbeiten aus den Bereichen regenerative Medizin, Wundheilung, Gewebezüchtung, Transplantation und Dermatologie aufbaut (laut Unternehmensangaben).

Was das für Sie bedeutet

Dieser Ansatz befindet sich noch in der Erprobung. Er ist bislang weder klinisch bewährt noch breit verfügbar. Die Beschreibung des Unternehmens deutet darauf hin, dass er eine neue Möglichkeit bieten könnte, das Gewebe nach Gewichtsverlust oder altersbedingten Veränderungen zu unterstützen. Für ein klareres Bild sind jedoch unabhängige Studien und begutachtete Veröffentlichungen nötig.

Wenn Sie sich Sorgen um Volumenverlust im Gesicht oder Veränderungen der Hautqualität nach dem Abnehmen machen, kann eine Dermatologin oder ein qualifizierter Behandler Ihre Optionen mit Ihnen besprechen. Sie können erklären, ob herkömmliche Filler, Hautstraffungen oder – sobald verfügbar und bewährt – ein solcher neuartiger Gerüst-Ansatz für Sie infrage kommen könnten.

Veränderungen sichtbar machen

Wenn Ihnen Veränderungen im Gesicht auffallen, kann es hilfreich sein, Fotos über einen längeren Zeitraum zu machen. So können Sie und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt besser sehen, was sich verändert. Das Dokumentieren von Unterschieden bei Fülle, Hautstruktur oder Hautspannung erleichtert das Gespräch und hilft bei der Planung einer Behandlung.

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Wenden Sie sich an eine Dermatologin oder einen anderen Arzt, wenn Sie schnelle oder starke Veränderungen im Gesicht bemerken, anhaltende Rötungen, Schmerzen, offene Stellen, Anzeichen einer Infektion oder neue beziehungsweise sich verändernde Hautveränderungen. Bei kosmetischen Fragen kann eine Dermatologin oder eine lizenzierte Fachkraft für ästhetische Behandlungen die Möglichkeiten und Risiken mit Ihnen besprechen.

Haftungsausschluss

Dieser Artikel fasst einen Bericht eines Unternehmens über eine medizinische Technologie im Frühstadium zusammen. Er stellt keine medizinische Beratung dar. Entscheidungen zu Behandlungen sollten immer gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt getroffen werden. Die Angaben des Unternehmens sind vorläufig und warten noch auf eine begutachtete Veröffentlichung sowie eine umfassendere klinische Bewertung.

Quellen

  1. Conexeu Sciences, Unternehmensbericht und Interview mit Miles Harrison und Brian Pilcher (Informationen im Originalartikel)
  2. Forschungsursprung an der University of British Columbia (Informationen im Originalartikel)
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