Elevate Derm 2026 Tag 4 Rückblick: Geriatrische Pflege, Hidradenitis suppurativa und Einblicke in Hautkrebs

Warum das wichtig ist

Am vierten Tag der Elevate-Derm Summer 2026 stand die Hautpflege bei älteren Menschen, hartnäckiger Juckreiz, Hidradenitis suppurativa (HS), Hautpathologie und Hautkrebs im Mittelpunkt. Die Vorträge kombinierten praktische Tipps mit echten Fallbeispielen und zeigten, dass Hautpflege oft eine Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen erfordert und den ganzen Menschen im Blick haben muss. (Quelle: Elevate-Derm Summer 2026 Konferenzprogramm)

Kurze Zusammenfassung

Das Programm behandelte, wie man langanhaltenden Juckreiz ohne klare Ursache beurteilt, wie Medikamente bei älteren Patienten sicher eingesetzt werden können, neue Verfahren bei HS, wie die Auswertung von Hautproben verbessert werden kann, sowie aktuelle Entwicklungen bei Behandlungen und Hilfsmitteln für bestimmte Hautkrebserkrankungen. Die Referenten nutzten Fallbeispiele und praktische Workshops, um die Themen anschaulich zu machen.

Pflege älterer Menschen und unerklärlicher Juckreiz

Eine der ersten Sitzungen beschäftigte sich mit chronischem Pruritus, also anhaltendem Juckreiz ohne eindeutige Hautdiagnose. Die Vortragenden stellten eine Schritt-für-Schritt-Anleitung vor, wie man Betroffene untersucht – dabei wird nach häufigen medizinischen Ursachen gesucht und berücksichtigt, ob Medikamente oder andere Erkrankungen eine Rolle spielen könnten.

Außerdem ging es um Polypharmazie, also die Einnahme vieler verschiedener Medikamente. Gerade ältere Menschen nehmen oft mehrere Arzneimittel gleichzeitig ein, was die Haut beeinflussen oder Symptome verschlimmern kann. Die Referenten erklärten, wie man bei älteren Patienten sicherer verschreibt und worauf man besonders achten sollte. Dabei stellten sie auch den „5Ms“-Ansatz in der Geriatrie vor – ein Konzept, das die Pflege auf die wichtigsten Aspekte für die Person fokussiert: Medikamente, mentale Gesundheit, Mobilität und mehrere Gesundheitsprobleme. So können Ärztinnen und Ärzte die Hautpflege besser mit der allgemeinen Gesundheit in Einklang bringen.

Hidradenitis suppurativa und Erkenntnisse aus Hautproben

Hidradenitis suppurativa (HS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die schmerzhafte Knoten, Narben und manchmal eiternde Hautveränderungen verursacht – häufig in Bereichen wie den Achseln oder der Leiste. Am Nachmittag standen Verfahren zur Behandlung von HS im Fokus, die helfen können, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

In den Sitzungen zur Dermatopathologie – also der Untersuchung von Hautproben unter dem Mikroskop – wurden anhand von Fallbeispielen häufige Fehler bei der Diagnose aufgezeigt. Die Referenten betonten die Bedeutung der Klinikopathologischen Korrelation: Das bedeutet, dass das Aussehen der Hautveränderung mit den mikroskopischen Befunden abgeglichen wird. So lassen sich unnötige Muttermal-Biopsien vermeiden und klarere Diagnosen stellen.

Was Ärztinnen und Ärzte zur seborrhoischen Dermatitis sagen

In einer Podiumsdiskussion wurde neues Wissen zur seborrhoischen Dermatitis besprochen – einer häufigen Hauterkrankung, die schuppige, gerötete Stellen auf Kopfhaut, Gesicht oder Brust verursacht. Die Experten tauschten sich über mögliche Auslöser und praktische Behandlungsmöglichkeiten aus und erklärten, wie man die Therapie individuell an die Bedürfnisse der Betroffenen anpasst.

Fortschritte in der Hautkrebsbehandlung

Zum Abschluss des Tages gab es Neuigkeiten zu Therapien und Hilfsmitteln bei Hautkrebs. Ein Vortrag stellte Hedgehog-Inhibitoren vor – eine Medikamentenklasse, die bei bestimmten Hochrisiko-Nichtmelanom-Hautkrebserkrankungen eingesetzt wird. Diese Wirkstoffe greifen gezielt in einen Wachstumsweg der Tumorzellen ein. Außerdem wurden die sich entwickelnden Rollen von Immuntherapie, bildgebenden Verfahren und molekularen Tests diskutiert – Werkzeuge, die helfen, die Behandlung besser zu steuern und die Planung von Operationen und dermatologischer Versorgung zu verbessern. Diese Bereiche sind aktuell Gegenstand intensiver Forschung und klinischer Anwendung. Entscheidungen über den Einsatz sollten immer gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt getroffen werden.

Praktisches Lernen und Zusammenarbeit

Nach den Vorträgen konnten die Teilnehmenden an einem interaktiven HS-Workshop teilnehmen und sich bei Networking-Veranstaltungen austauschen. Diese Angebote unterstrichen das Konferenzmotto: Komplexe Hautprobleme profitieren oft von fallbasiertem Lernen und der Zusammenarbeit zwischen Dermatologinnen und Dermatologen, Chirurginnen und Chirurgen, Pathologinnen und Pathologen sowie anderen Fachkräften.

Hautveränderungen zuhause im Blick behalten

Wenn Sie einen Ausschlag, ein Muttermal oder eine andere sichtbare Hautveränderung beobachten, kann es hilfreich sein, Fotos über einen längeren Zeitraum zu machen, Symptome wie Schmerzen, Blutungen oder Ausfluss zu notieren und festzuhalten, welche Behandlungen Sie ausprobiert haben. So fällt es leichter, das Problem der Ärztin oder dem Arzt zu erklären und Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt, wenn eine Hautstelle oder ein Ausschlag schmerzt, wächst, blutet, sich in Farbe oder Form verändert, Anzeichen einer Infektion zeigt (wie zunehmende Rötung, Wärme, Eiter oder Fieber) oder im Alltag stark belastet. Bei anhaltendem Juckreiz ohne klare Ursache kann die Ärztin oder der Arzt nach medizinischen oder medikamentösen Gründen suchen. Entscheidungen zur Behandlung sollten immer gemeinsam mit der behandelnden Fachperson getroffen werden.

Haftungsausschluss

Dieser Artikel fasst Inhalte einer medizinischen Fachkonferenz zusammen und soll Leserinnen und Leser über die dort besprochenen Themen informieren. Er ersetzt keine medizinische Beratung. Wenn Sie Hautprobleme haben, wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt für eine individuelle Betreuung.

Quellen

  1. Elevate-Derm Summer 2026 Konferenzprogramm (Konferenzbericht)
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