Personalisierter Sonnenschutz: Schutz, der auf Ihr Hautkrebsrisiko und Ihre Ziele abgestimmt ist

Warum Sonnenschutz nicht für alle gleich sein sollte

Dieser Artikel basiert auf einem zweiteiligen Interview mit Joshua Arbesman, MD, das von der Melanoma Research Alliance veröffentlicht wurde. Er erklärt, warum Sonnenschutz-Tipps am besten wirken, wenn sie auf das Alter, den Hauttyp, die Krankengeschichte und die persönlichen Ziele jeder Person abgestimmt sind.

Was das für Sie bedeutet

Nicht jeder braucht denselben Plan für den Sonnenschutz. Entscheidend ist, warum Sie Ihre Haut schützen möchten. Tipps, die darauf abzielen, sichtbare Hautalterung zu verlangsamen, unterscheiden sich oft von Empfehlungen, die das Hautkrebsrisiko senken sollen. Ein gutes Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt sollte deshalb damit beginnen, zu klären, welches Ziel für Sie am wichtigsten ist.

Wie sich die Empfehlungen je nach Alter und Risiko unterscheiden

Bei Menschen mit einem höheren Hautkrebsrisiko – zum Beispiel, wenn bereits ein Melanom diagnostiziert wurde – liegt der Fokus meist darauf, Sonnenbrände zu vermeiden und direkte Sonneneinstrahlung zu reduzieren. Dabei sollte die Botschaft aber nicht Schuldgefühle auslösen oder den falschen Eindruck vermitteln, dass völliger Verzicht auf Sonne einen weiteren Melanom-Ausbruch komplett verhindern kann.

Bei älteren Patientinnen und Patienten sind strenge Warnungen vor jeder kleinen Sonnenexposition oft weniger sinnvoll. Wenn jemand sehr alt ist, wirkt sich eine geringe Bräunung oder Sonnenexposition kaum noch spürbar auf das langfristige Krebsrisiko aus. Deshalb ist es wenig hilfreich, ständig auf kleinste Sonnenkontakte hinzuweisen.

Bei Kindern richtet sich das Gespräch meist an die Eltern. Das wichtigste Ziel ist, Sonnenbrände zu verhindern, denn diese erhöhen das Risiko für Melanome im späteren Leben. Die Empfehlungen für Familien sollten außerdem realistisch sein und berücksichtigen, was im Alltag tatsächlich umsetzbar ist.

Es gibt seltene Erkrankungen, bei denen Sonnenexposition eine ganz andere Rolle spielt. Menschen mit xeroderma pigmentosum – einer genetischen Erkrankung, bei der die Haut UV-bedingte DNA-Schäden kaum reparieren kann – brauchen deutlich strengeren Schutz, da UV-Strahlen für sie ein viel größeres Risiko darstellen.

Wie Sie in kurzer Zeit hilfreiche Tipps geben können

Ärztinnen und Ärzte müssen nicht bei jedem Termin alle Informationen auf einmal vermitteln. Sonnenschutz ist am effektivsten, wenn er Schritt für Schritt erklärt wird. Patientinnen und Patienten erinnern sich oft nur an einen kleinen Teil dessen, was sie in einer Sitzung hören. Deshalb ist es nicht nötig, bei jedem Besuch alle Details zu wiederholen.

Besser ist es, sich auf wenige praktische und einprägsame Punkte zu konzentrieren: Machen Sie weiter mit den Aktivitäten im Freien, die Ihnen Freude bereiten, vermeiden Sie Sonnenbrände und nutzen Sie einen Sonnenschutz, der gut zu Ihrem Leben passt. Das Ziel ist, die Haut zu schützen, ohne Angst vor Sonnenlicht zu schüren.

Den Hautschutz mit dem allgemeinen Wohlbefinden in Einklang bringen

Ein zu strikter Sonnenschutz kann auch Nachteile haben. Wenn die Angst vor der Sonne dazu führt, dass jemand auf Bewegung im Freien verzichtet oder Aktivitäten meidet, die das psychische Wohlbefinden fördern, kann das der Gesundheit insgesamt schaden. Eine Dermatologin oder ein Dermatologe kann Ihnen helfen, einen ausgewogenen Weg zu finden, der das Hautkrebsrisiko senkt und Ihnen gleichzeitig erlaubt, das Leben draußen zu genießen.

Veränderungen der Haut im Blick behalten

Es ist hilfreich, Muttermale oder andere Hautveränderungen über die Zeit zu beobachten. Fotos von Stellen, die neu oder anders aussehen, erleichtern es, Veränderungen zu erkennen und bei Arztbesuchen zu zeigen, was sich verändert hat. Das ist ein einfacher Weg, um sich auf einen Termin bei der Dermatologin oder dem Dermatologen vorzubereiten und mögliche Auffälligkeiten frühzeitig zu entdecken.

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Wenden Sie sich an eine Dermatologin oder einen Dermatologen, wenn Sie ein Muttermal oder eine Hautstelle bemerken, die sich verändert, blutet, schmerzt, schnell wächst oder ganz anders aussieht als die übrigen Hautstellen. Suchen Sie auch dann ärztlichen Rat, wenn Sie unsicher sind, wie hoch Ihr Risiko ist, oder wenn Sie individuelle Empfehlungen für sich oder Ihr Kind möchten.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel fasst ein Interview zusammen und dient nur zur allgemeinen Information. Er ersetzt keine medizinische Beratung. Besprechen Sie Behandlungspläne und konkrete Fragen immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei schnell wachsenden, blutenden, schmerzhaften oder anderweitig besorgniserregenden Hautveränderungen sollten Sie umgehend professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Quellen

  1. Interview mit Joshua Arbesman, MD (Melanoma Research Alliance)
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