Zasocitinib zeigt vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von Schuppenflechte auf der Kopfhaut bis zur 24. Woche.
Warum Schuppenflechte auf der Kopfhaut so wichtig ist
Schuppenflechte auf der Kopfhaut ist weit verbreitet und belastend. Etwa vier von fünf Menschen mit Psoriasis sind davon betroffen. Die Schuppen und die sichtbare Rötung können nicht nur unangenehm sein, sondern auch das Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Da die Kopfhaut so gut sichtbar ist und sich Schuppen auf der Kleidung ablagern können, empfinden viele Betroffene die Kopfhaut als einen der schwierigsten Bereiche, um mit Psoriasis umzugehen.
Welche neuen Ergebnisse vorgestellt wurden
Auf dem Treffen der American Academy of Dermatology (AAD) Innovation Academy im Jahr 2026 fasste der Dermatologe Leon Kircik, MD, eine Unteranalyse von zwei Phase-3-Studien zur Psoriasis zusammen: LATITUDE PsO‑3001 (NCT06671483) und 3002 (NCT06671496). Dabei wurden nur Personen berücksichtigt, die zu Beginn der Studien eine Schuppenflechte auf der Kopfhaut hatten.
In den Studien wurden zwei orale Medikamente verglichen: zasocitinib (hergestellt von Takeda), ein einmal täglich einzunehmender TYK2-Inhibitor, und apremilast (Otezla, Amgen).
Wie die Studien die Kopfhaut-Besserung gemessen haben
Die Forschenden nutzten eine von Ärztinnen und Ärzten bewertete Skala, die sogenannte scalp-specific Physician Global Assessment (ssPGA). Diese bewertet, wie klar die Kopfhaut aussieht. „Klar“ oder „fast klar“ bedeutet, dass kaum noch sichtbare Psoriasis auf der Kopfhaut zu erkennen ist.
Wichtige Ergebnisse einfach erklärt
Bei den Teilnehmenden mit Schuppenflechte auf der Kopfhaut zu Studienbeginn zeigten sich folgende Ergebnisse:
- Nach 16 Wochen hatten etwa 74 % bis 77 % der Personen, die zasocitinib einnahmen, eine Kopfhaut, die auf der ssPGA als klar oder fast klar bewertet wurde.
- Dieser Effekt hielt auch nach 24 Wochen an, mit etwa 75 % bis 78 %, die weiterhin klar oder fast klar waren.
- Im Vergleich dazu erzielte apremilast nach 16 Wochen bei etwa 30 % bis 42 % der Teilnehmenden eine klare oder fast klare Kopfhaut, nach 24 Wochen waren es etwa 40 % bis 48 %.
Die Studie berichtet, dass zasocitinib sowohl nach 16 als auch nach 24 Wochen statistisch signifikant bessere Ergebnisse bei der Kopfhaut-Besserung zeigte als apremilast.
Was das für Menschen mit Schuppenflechte auf der Kopfhaut bedeuten kann
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass in den untersuchten Studien mehr Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte auf der Kopfhaut eine deutliche Verbesserung durch die Einnahme von zasocitinib erfuhren als durch apremilast. Die Wirkung zeigte sich schnell (bereits nach 16 Wochen) und hielt bis Woche 24 an.
Beachten Sie, dass es sich hier um Studienergebnisse handelt, die auf einer Fachveranstaltung vorgestellt wurden und von den Forschenden sowie dem Hersteller beschrieben wurden. Unteranalysen betrachten nur eine bestimmte Teilgruppe der Teilnehmer (hier: diejenigen mit Kopfhaut-Psoriasis zu Studienbeginn). Sie liefern nützliche Hinweise, ersetzen aber nicht die umfassende Datenlage, die für Entscheidungen in der Routineversorgung nötig ist.
Wichtige Hinweise
Diese Ergebnisse wurden auf einer Konferenz vorgestellt und enthalten Informationen des Herstellers. Das bedeutet nicht, dass das Medikament für jeden geeignet ist oder dass damit alle Fragen zur Langzeitsicherheit und Wirksamkeit abschließend geklärt sind. Wenn Sie über Behandlungsmöglichkeiten nachdenken, sprechen Sie mit Ihrer Dermatologin oder Ihrem Arzt über alle Risiken und Vorteile, andere verfügbare Medikamente und ob ein solches Präparat für Ihre Situation passend sein könnte.
Wann Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen sollten
Wenn Ihre Schuppenflechte auf der Kopfhaut schmerzhaft ist, blutet, sich entzündet, sich schnell verändert oder Ihnen stark zu schaffen macht, vereinbaren Sie einen Termin bei einer Dermatologin oder einem Dermatologen. Auch wenn Ihre bisherigen Behandlungen nicht mehr wirken oder die Erkrankung Ihren Alltag einschränkt, sollten Sie sich beraten lassen.
Wenn Sie Veränderungen über die Zeit verfolgen möchten, können Fotos Ihrer Kopfhaut (wenn möglich) helfen, gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu beurteilen, ob die Behandlung anschlägt. Das macht auch die Termine oft effektiver.
Haftungsausschluss
Dieser Artikel erklärt Studienergebnisse und ersetzt keine medizinische Beratung. Entscheidungen zur Behandlung sollten immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt getroffen werden.
Quellen
- Takeda Pressemitteilung: „Zasocitinib zeigt in Phase-3-Studien zur Psoriasis durchgängig hohe Raten an Hautklarheit am ganzen Körper, auch an schwer zu behandelnden und besonders belastenden Stellen.“ Zugriff am 3. August 2026. (Quelle: Takeda Pressemitteilung)
- Armstrong AW, et al. „Zasocitinib, ein einmal täglich oral einzunehmender TYK2-Inhibitor, zeigt Wirksamkeit an besonders belastenden Stellen bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis: Ergebnisse aus zwei randomisierten Phase-3-Studien (LATITUDE‑PsO‑3001 und 3002).“ Präsentiert auf der 2026 American Academy of Dermatology Innovation Academy; 16. Juli 2026; New York, NY. (Quelle: Konferenzvortrag)