AbbVie baut sein Immunologie-Portfolio mit der 10,9-Milliarden-Dollar-Übernahme von Apogee und einem neuen Medikament gegen atopische Dermatitis aus.

Warum das wichtig ist

AbbVie hat den Kauf von Apogee Therapeutics abgeschlossen und erweitert damit sein Immunologie-Portfolio um ein neues Medikament gegen atopische Dermatitis (oft auch Ekzem genannt). Das könnte für Menschen mit mittelschwerem bis schwerem Ekzem wichtig sein, denn das neue Medikament zielt gezielt auf die Entzündungsprozesse ab, die juckende und entzündete Haut verursachen.

Eine kurze Zusammenfassung

AbbVie hat Apogee für rund 10,9 Milliarden US-Dollar übernommen und dafür 135,11 US-Dollar pro Aktie in bar gezahlt. Mit dem Deal kommen zwei Wirkstoffkandidaten in der späten Entwicklungsphase in AbbVies Pipeline: Zumulokibart, ein Antikörper, der auf das Molekül IL-13 abzielt (beteiligt an allergischen Entzündungen) und bei atopischer Dermatitis eingesetzt werden soll, sowie APG273, eine Kombinationstherapie, die für Asthma erforscht wird und sowohl IL-13 als auch ein weiteres Immun-Signal namens TSLP blockiert. Die meisten Informationen zu Wirksamkeit und Sicherheit in diesem Artikel stammen aus AbbVies Pressemitteilung zur Übernahme. (Quelle: AbbVie Pressemitteilung)

Was ist Zumulokibart und wie kann es helfen?

Zumulokibart ist ein monoklonaler Antikörper. Das bedeutet, es handelt sich um ein im Labor hergestelltes Protein, das gezielt an einen bestimmten Stoff im Körper bindet. In diesem Fall ist das Ziel IL-13, ein Molekül, das die Entzündungen fördert, die bei atopischer Dermatitis häufig auftreten.

Das Medikament wird als „halbwertszeitverlängert“ beschrieben, was bedeutet, dass es so verändert wurde, dass es länger im Körper bleibt. Dadurch könnten seltener Injektionen nötig sein – etwa alle paar Monate statt häufiger.

In einer Phase-2-Studie berichtet AbbVie, dass etwa zwei Drittel der Teilnehmenden, die Zumulokibart erhielten, nach 16 Wochen eine deutliche Verbesserung der Haut zeigten. Außerdem wurden Juckreiz reduziert und die Krankheit besser kontrolliert. Langfristige Daten aus derselben Studie legen nahe, dass die Erhaltungsdosis entweder alle drei Monate oder zweimal im Jahr verabreicht werden könnte. Die Sicherheitsdaten entsprachen denen anderer Medikamente mit ähnlicher Wirkweise. (Quelle: AbbVie Pressemitteilung)

Diese Ergebnisse sind vielversprechend, aber noch am Anfang. Phase-2-Studien geben einen ersten Eindruck von Wirkung und Sicherheit, doch größere und längere Studien sind normalerweise nötig, um genauer zu beurteilen, wie gut ein Medikament wirkt und wie sicher es langfristig ist.

Was ist APG273 und warum wird es bei Asthma untersucht?

APG273 kombiniert Zumulokibart mit einem weiteren Antikörper namens APG333, der TSLP blockiert. TSLP ist ein weiteres Immunsignal, das allergische Entzündungen in Lunge und Atemwegen fördern kann.

AbbVie berichtet von ersten Daten, die zeigen, dass APG333 eine lange Halbwertszeit hat und bestimmte Typ-2-Entzündungsmarker bis zu sechs Monate nach einer einzigen Dosis in einer Phase-1-Studie senkte. Außerdem wurden positive Zwischenergebnisse einer Phase-1b-Studie mit Zumulokibart bei Asthma-Patienten erwähnt. Zusammengenommen sieht AbbVie darin eine gute Grundlage, APG273 mit Injektionen alle drei Monate oder zweimal jährlich weiterzuentwickeln. (Quelle: AbbVie Pressemitteilung)

Was AbbVie zu diesem Deal sagt

AbbVie erklärt, die Übernahme stärke das Immunologie-Portfolio in den Bereichen Haut, Atemwege und andere entzündliche Erkrankungen und baue auf der bestehenden Arbeit in Gastroenterologie und Rheumatologie auf. Das Unternehmen plant, seine Erfahrung in Entwicklung, Zulassung und Vermarktung zu nutzen, um diese Programme voranzubringen. (Quelle: AbbVie Pressemitteilung)

Robert A. Michael, Vorsitzender und CEO von AbbVie, sagte, der Schritt passe zur langfristigen Immunologie-Strategie des Unternehmens und könne helfen, die Programme schneller zu den Patientinnen und Patienten zu bringen. Dies sind Aussagen des Unternehmens zu künftigen Plänen und Erwartungen. (Quelle: AbbVie Pressemitteilung)

Finanzielle und zeitliche Hinweise

AbbVie zahlte für Apogee etwa 10,9 Milliarden US-Dollar in Form von Aktien, jeweils 135,11 US-Dollar pro Aktie in bar. Das Unternehmen erwartet, dass der Kauf das bereinigte verwässerte Ergebnis je Aktie (EPS) im Jahr 2026 um etwa 0,14 US-Dollar und 2027 um rund 0,46 US-Dollar verringert. Ab 2032 soll der Deal das berichtete Ergebnis („Ertragssteigerung“) positiv beeinflussen. Für 2026 bestätigte AbbVie seine Prognose für das bereinigte EPS im Jahresverlauf zwischen 13,87 und 14,07 US-Dollar, die bereits den verwässernden Effekt von 0,14 US-Dollar pro Aktie durch diese Übernahme berücksichtigt. Auch die Prognose für das bereinigte EPS im dritten Quartal von 3,84 bis 3,88 US-Dollar wurde bestätigt. AbbVie weist darauf hin, dass bestimmte Forschungs- und Meilensteinkosten aus der Übernahme nicht in der Prognose enthalten sind, da sie nicht zuverlässig vorhersehbar sind. (Quelle: AbbVie Pressemitteilung)

Was das für Menschen mit Ekzem bedeutet

Für Menschen mit atopischer Dermatitis bedeutet die Übernahme, dass ein potenziell neues Medikament unter der Führung eines großen Unternehmens mit Erfahrung in der Immunologie-Entwicklung weiter vorangebracht wird. Die ersten Studienergebnisse, die das Unternehmen berichtet, deuten darauf hin, dass einige Betroffene eine deutliche Hautverbesserung und weniger Juckreiz erfahren haben. Außerdem könnte das Medikament, falls spätere Studien das bestätigen, seltener gespritzt werden müssen.

Bitte beachten Sie, dass es sich um frühe, vom Unternehmen gemeldete Ergebnisse handelt. Für ein umfassendes Verständnis, wie gut ein neues Medikament bei verschiedenen Menschen wirkt und wie es im Vergleich zu bestehenden Therapien abschneidet, sind meist weitere Untersuchungen nötig.

Wann Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen sollten

  • Wenn Ihre Haut stark juckt, schmerzt, Anzeichen einer Infektion zeigt (gelbe Krusten, Eiter, zunehmende Rötung) oder Sie beim Schlafen und im Alltag beeinträchtigt, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

  • Wenn sich Ihr Ekzem trotz Behandlung verschlechtert oder neue beziehungsweise sich schnell verändernde Hautveränderungen auftreten, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Dermatologin/Dermatologen.

  • Besprechen Sie immer mit Ihrer Dermatologin oder Ihrem Hausarzt, bevor Sie eine Behandlung ändern oder neu beginnen.

Veränderungen dokumentieren

Es kann hilfreich sein, Fotos von Schüben zu machen, um den Verlauf Ihrer Haut über die Zeit zu verfolgen. Diese Bilder mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu teilen, erleichtert es, Veränderungen und den Behandlungserfolg bei Terminen zu besprechen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel basiert hauptsächlich auf AbbVies Ankündigung zur Übernahme und der Zusammenfassung erster Studienergebnisse. Die Studiendaten und Unternehmensangaben sind hilfreich, ersetzen aber keine medizinische Beratung. Wenn Sie Fragen zur atopischen Dermatitis oder zu Behandlungen haben, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Dermatologen. Bei ernsthaften Symptomen wie starken Schmerzen, starkem Bluten oder Anzeichen einer Infektion suchen Sie bitte sofort ärztliche Hilfe auf.

Quellen

  1. AbbVie Completes Acquisition of Apogee Therapeutics. Veröffentlicht am 3. September 2026. (Quelle: AbbVie Pressemitteilung) https://news.abbvie.com/2026-09-03-AbbVie-Completes-Acquisition-of-Apogee-Therapeutics/
  2. AbbVie in Immunology. Abgerufen am 3. September 2026. (Quelle: AbbVie Unternehmensinformationen) https://www.abbvie.com/immunology
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