Laser-Hauterneuerung zeigt 40 % Verbesserung durch Veränderungen in der DNA
Warum das wichtig ist
Viele Menschen möchten braune Flecken verblassen lassen und ihre Haut im Alter wieder frischer aussehen lassen. Eine neue Studie am Menschen hat untersucht, wie ein nicht-ablatives fraktioniertes Lasergerät (eine Art Hauterneuerungsbehandlung) nicht nur das Aussehen der Haut verändert, sondern auch, was auf molekularer Ebene passiert. Dr. Konika Patel Schallen, eine praktizierende Ärztin aus Florida, die zudem in der klinischen Forschung eines Medizinprodukteunternehmens tätig ist, erläuterte die Ergebnisse und deren mögliche Bedeutung für die Hautgesundheit. (Quelle: Patel Schallen K et al., Non-ablative fractional laser 1940-nm treatment modulates epigenetic signatures associated with skin aging, Scientific Reports)
Kurze Zusammenfassung in einfacher Sprache
Die Studie arbeitete mit einem sogenannten Split-Face-Design: Eine Gesichtshälfte wurde behandelt, die andere nicht. Nach einem Monat zeigte die behandelte Seite etwa 40 % weniger braune Flecken im Vergleich zur unbehandelten Seite. Gleichzeitig untersuchten die Forschenden Veränderungen an epigenetischen Markern der Haut – das sind chemische Kennzeichnungen auf der DNA, die steuern, wie Gene arbeiten. Das Timing dieser molekularen Veränderungen passte zu den ersten sichtbaren kosmetischen Verbesserungen. In den folgenden Monaten entwickelten sich die molekularen Veränderungen weiter und stabilisierten sich nach etwa sechs Monaten. Die Ergebnisse sind spannend, zeigen aber nur eine Verbindung, keinen Beweis dafür, dass die Laserbehandlung Krankheiten verhindert.
So lief die Studie ab
Die Forschenden behandelten jeweils eine Gesichtshälfte der Teilnehmer mit einem 1940-nm nicht-ablativ fraktionierten Laser, während die andere Seite unbehandelt blieb. Mit einer quantitativen Bildgebung (VISIA) zählten sie die braunen Flecken und verfolgten deren Entwicklung über die Zeit.
Gleichzeitig entnahmen sie Hautproben, um die DNA-Methylierung zu messen – eine häufige Form epigenetischer Veränderungen, die Gene an- oder abschalten kann. Die betroffenen DNA-Stellen wurden in Gruppen eingeteilt, die mit kosmetischem Aussehen, Hautalterung sowie Hautgesundheit oder Hautkrebs in Verbindung stehen. (Quelle: Patel Schallen K et al., Non-ablative fractional laser 1940-nm treatment modulates epigenetic signatures associated with skin aging, Scientific Reports)
Was die Forschenden herausfanden
Kosmetische Ergebnisse: Die behandelte Gesichtshälfte zeigte nach einem Monat fast 40 % weniger braune Flecken als die unbehandelte Seite.
Molekulare Ergebnisse: Zur gleichen Zeit waren die stärksten epigenetischen Veränderungen bei Markern zu beobachten, die mit dem kosmetischen Erscheinungsbild zusammenhängen. Diese molekularen Veränderungen entwickelten sich über drei Monate weiter und stabilisierten sich nach sechs Monaten. Das deutet darauf hin, dass der Laser einen allmählichen Umbauprozess in der Haut anstößt, statt eine sofortige Veränderung zu bewirken.
Welche Gene betroffen waren und warum das wichtig ist
Die Laserbehandlung veränderte die DNA-Methylierung an bestimmten Genen, darunter FGFR3, HOXB4 und UBE2I. Diese Gene spielen eine Rolle bei der Reifung von Hautzellen, sogenannten Keratinozyten, und bei der Erneuerung der unteren Schicht der Oberhaut (Basalschicht). Einige dieser Signalwege wurden in früheren Studien mit Basalzell- und Plattenepithelkarzinomen in Verbindung gebracht – zwei häufigen Hautkrebsarten.
In dieser Studie zeigten die Methylierungsveränderungen Muster, die mit einer gesünderen Zellregulation und einer weniger aggressiven Reifung der Keratinozyten einhergehen. Das ist ein ermutigendes Zeichen, doch die Autorinnen und Autoren betonen, dass weitere Forschung nötig ist, um genau zu verstehen, was diese molekularen Veränderungen langfristig für die Hautgesundheit bedeuten.
Wichtige Einschränkungen und Hinweise
Die Ergebnisse sind vorläufig und zeigen lediglich Zusammenhänge, keine Ursache-Wirkung. Das heißt: Die Studie zeigt, dass Laserbehandlung und molekulare Veränderungen gleichzeitig auftraten, aber nicht, dass der Laser diese Veränderungen verursacht hat, um Hautkrebs zu verhindern oder einen langfristigen Nutzen zu garantieren.
Ärztinnen und Ärzte haben manchmal beobachtet, dass Menschen, die bestimmte energie-basierte Behandlungen erhalten haben – insbesondere nicht-ablative fraktionierte Laser wie das hier verwendete 1940-nm-Gerät – seltener Basalzell- und Plattenepithelkarzinome entwickeln. Dennoch beweist diese Studie nicht, dass die Laserbehandlung Hautkrebs verhindert. Das Unternehmen, das den Laser herstellt, hat die Studienergebnisse ebenfalls veröffentlicht; diese Unternehmensmitteilungen stehen separat zum peer-reviewten Fachartikel. (Quelle: Candela Pressemitteilung; Patel Schallen K et al., Scientific Reports)
Wie Sie sichtbare Veränderungen zu Hause verfolgen
Wenn Sie eine Behandlung ausprobieren und die Veränderungen im Laufe der Zeit beobachten möchten, helfen einfache Methoden wie regelmäßige Fotos bei guter Beleuchtung. So können Sie und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt braune Flecken oder Hautstruktur besser verfolgen. Notieren Sie außerdem das Datum und alle weiteren Hautpflegeprodukte oder Behandlungen, die Sie verwenden, damit Ihre Ärztin oder Ihr Arzt das Gesamtbild hat.
Wann Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen sollten
Besprechen Sie vor Beginn einer Laser- oder energie-basierten Hautbehandlung immer mit einer Fachärztin oder einem Facharzt für Dermatologie. Suchen Sie außerdem schnell medizinische Hilfe, wenn Sie eine veränderte Hautstelle oder ein Muttermal bemerken, eine Hautläsion blutet, Schmerzen auftreten, Anzeichen einer Infektion sichtbar sind, ein Hautbereich sehr schnell wächst oder Sie sich Sorgen machen. Solche Symptome sollten abgeklärt werden.
Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel erklärt aktuelle Studienergebnisse und enthält Kommentare einer an der Forschung beteiligten Ärztin. Er ersetzt keine medizinische Beratung. Entscheidungen zu Hautbehandlungen sollten Sie immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt treffen.
Quellen
- Patel Schallen K, Schomacker K, Banila C, et al. Non-ablative fractional laser 1940-nm treatment modulates epigenetic signatures associated with skin aging in a split-face investigation. Scientific Reports. doi:10.1038/s41598-026-56604-4.
- Candela Pressemitteilung mit den Studienergebnissen (Unternehmensmitteilungen zur Studie). Abgerufen am 10. Juli 2026.