Sonnenschutz-Tipps Juli 2026: Pflege bei Melasma, Mythen rund ums Bräunen und Risiken von Hautkrebs
Warum das jetzt wichtig ist
Der Sommer lädt dazu ein, mehr Zeit im Freien zu verbringen – und damit tauchen auch Fragen zu Sonnenschutz, Hautveränderungen und dem Erkennen sowie Behandeln von auffälligen Stellen auf. Dieser Artikel fasst mehrere aktuelle Themen zusammen: eine neue, viel beachtete Sonnencreme-Zulassung, praktische Tipps zur Pflege bei Melasma (einer häufigen braunen Hautverfärbung), Trends beim Bräunen und Sonnenbrand an ungewöhnlichen Stellen sowie einen Blick auf neue Studienergebnisse zur Behandlung von Psoriasis. Ziel ist es, Ihnen zu helfen, worauf Sie achten sollten und wann Sie besser eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen sollten.
Ein verstecktes Risiko für Sonnenbrand: Melanom an Stellen, die selten kontrolliert werden
Die meisten Menschen schauen bei der Hautkontrolle vor allem ins Gesicht, auf die Arme und Beine. Doch manche Hautstellen werden leicht übersehen. Ein Beispiel aus dem echten Leben: Kelly English bemerkte nach Beginn eines neuen Trainingsplans ein gereiztes Muttermal am unteren Rücken. Bei der Untersuchung entdeckten sie und ihre Ärztin zudem eine weitere Hautveränderung mitten am Gesäß.
Eine Hautärztin untersuchte die Stelle und bestätigte nach einer Gewebeprobe, dass es sich um ein Melanom im Stadium I mit oberflächlicher Ausbreitung handelte. Das Melanom ist eine Form von Hautkrebs, die in den pigmentbildenden Zellen entsteht. Das frühe Stadium I bedeutet, dass der Krebs relativ früh erkannt wurde, was die Prognose meist verbessert. Trotzdem war die Heilung für Kelly schwierig: Die Operationswunde öffnete sich wieder, musste täglich versorgt werden und verursachte wochenlange Schmerzen, da die Stelle viel Bewegung ausgesetzt ist.
Kellys Geschichte zeigt ein wachsendes Problem: Sonnenbrände und Bräunung an Hautstellen, die in Sonnenschutzgesprächen oft nicht erwähnt werden, und Hautkrebs an Orten, die viele Menschen kaum kontrollieren. Wenn Sonnenschutz nur auf Gesicht und Arme fokussiert wird, bleiben andere exponierte oder zeitweise freiliegende Bereiche leicht unbeachtet.
Worauf Sie achten sollten
- Neue oder sich verändernde Muttermale, besonders wenn sie ungleichmäßige Farbe, unregelmäßige Ränder haben oder größer als ein Radiergummi sind.
- Hautveränderungen, die jucken, bluten, schmerzen oder sich von Ihren anderen Muttermalen unterscheiden.
- Stellen, die Sie normalerweise nicht kontrollieren, wie Rücken, Gesäß, Kopfhaut, unter den Brüsten oder zwischen den Zehen.
Wann Sie zum Arzt gehen sollten
Verändert sich ein Muttermal oder eine Hautstelle, tut sie weh, blutet oder bereitet Ihnen Sorgen, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt oder einer Hautärztin/einem Hautarzt. Falls ein zeitnaher Termin vor Ort nicht möglich ist, erwähnen Sie die Veränderung bei einer Videosprechstunde und fragen Sie, wie schnell eine persönliche Untersuchung möglich ist. Bei schnell wachsenden oder stark auffälligen Hautveränderungen sollten Sie dringend eine ärztliche Abklärung suchen.
Melasma: mehr als nur eine dunkle Hautstelle
Melasma ist eine häufige Hauterkrankung, die braune oder grau-braune Flecken verursacht – meist im Gesicht. Für manche Ärztinnen und Ärzte mag das nur eine kleine oder kosmetische Veränderung sein, doch viele Betroffene empfinden Melasma als belastend, sowohl emotional als auch sozial.
Melasma tritt besonders häufig bei Menschen mit dunklerer Hautfarbe auf. Das ist wichtig, weil manche Behandlungen, die bei heller Haut gut wirken, bei dunklerer Haut zu postinflammatorischer Hyperpigmentierung (PIH) führen können – das heißt, die Haut kann nach einer intensiven Behandlung noch dunkler werden. Deshalb ist die Wahl der richtigen Therapie oft heikel.
Praktische Tipps zur Behandlung
In einem aktuellen Interview erklärte Hautärztin Jane Yoo, wie sie wirksame Behandlung und möglichst wenig Nebenwirkungen in Einklang bringt. Einige ihrer praktischen Empfehlungen sind:
- Getönte Sonnencremes verwenden, um die tägliche Anwendung zu erleichtern. Sie kaschieren braune Flecken und motivieren dazu, den Sonnenschutz regelmäßig zu nutzen.
- Wie und wann man Hydrochinon absetzt. Hydrochinon ist eine häufig eingesetzte aufhellende Creme, die Ärztinnen und Ärzte oft in Zyklen anwenden, um Nebenwirkungen zu minimieren.
- Die sorgfältige Auswahl von Lasern und chemischen Peelings. Diese können manchen Patientinnen und Patienten helfen, müssen aber gut abgestimmt sein, um die Pigmentierung nicht zu verschlechtern.
- Der Einsatz von oralem versus lokalem Tranexamsäure (TXA). Beide Formen werden bei Melasma genutzt, die Wahl hängt von individuellen Risiken und Vorlieben ab.
- Auf neue Forschungsansätze achten. Einige vielversprechende Ideen stecken noch in den Anfängen und sind noch nicht für den Alltag geeignet.
Die Entscheidung für eine Behandlung bei Melasma hängt vom Hauttyp, der Belastung im Alltag und bisherigen Erfahrungen mit Therapien ab. Wenn Sie Melasma haben, besprechen Sie Ihre Optionen und Risiken mit einer Hautärztin oder einem Hautarzt, die Erfahrung mit dunkleren Hauttypen haben.
Neue Studiendaten zur Plaque-Psoriasis: Was die Untersuchung zeigt
Das Interesse an neuen oralen Medikamenten gegen Psoriasis – eine immunbedingte Hauterkrankung mit roten, schuppenden Hautstellen – wächst. In einer Phase-3-Studie namens LATITUDE Atlas wurden zwei orale Mittel bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis verglichen.
In der Studie (registriert unter NCT06973291) nahmen 606 Erwachsene entweder Zasocitinib 30 mg einmal täglich oder Deucravacitinib 6 mg einmal täglich über 16 Wochen ein. Der wichtigste Endpunkt war, wie viele Teilnehmer nach 16 Wochen eine vollständige Hautklarheit (PASI 100) erreichten.
Die Ergebnisse zeigten, dass über 35 % der Zasocitinib-Behandelten nach 16 Wochen eine vollständige Hautklarheit erreichten, im Vergleich zu etwa 14 % der Deucravacitinib-Gruppe. Der Unterschied war statistisch signifikant, und die Trennung der Gruppen zeigte sich bereits ab Woche 8.
Diese Daten deuten darauf hin, dass Zasocitinib in dieser Studie eine stärkere kurzfristige Hautklarheit erzielte. Wenn Sie eine Behandlung für Psoriasis in Erwägung ziehen, sprechen Sie mit Ihrer Hautärztin/Ihrem Hautarzt darüber, was die neuesten Studienergebnisse für Sie bedeuten könnten – inklusive Nutzen, Nebenwirkungen und Langzeitsicherheit. Die Therapie sollte immer individuell abgestimmt werden.
Wenn diagnostische Hilfsmittel nicht immer verfügbar sind
Manche Hautuntersuchungen und kleinere Eingriffe sind in gut ausgestatteten Praxen einfach durchzuführen, in anderen Situationen aber schwierig. Eine amüsante Geschichte erzählt von einer Hautärztin, die an Bord eines Flugzeugs eine Notfall-Tracheotomie durchführte – das zeigt, dass Geräte und geschultes Personal nicht immer dort sind, wo Patientinnen und Patienten sind.
Typische Herausforderungen sind zum Beispiel:
- Landarztpraxen, bei denen die Ergebnisse von Gewebeproben lange auf sich warten lassen.
- Notfallambulanzen oder mobile Kliniken ohne Mikroskope oder Pathologielabor.
- Patientinnen und Patienten, die zu ängstlich sind, kognitive Einschränkungen haben oder aus anderen Gründen eine Biopsie erschweren.
- Telemedizinische Termine, bei denen eine persönliche Untersuchung erst nach Monaten möglich ist.
Solche Situationen erschweren die Diagnostik und können die Behandlung verzögern. Wenn Sie sich in einer solchen Lage befinden, fragen Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt nach Alternativen, Überweisungen oder Möglichkeiten, die Nachsorge zu beschleunigen.
Veränderungen sichtbar machen
Es kann hilfreich sein, neue oder sich verändernde Hautstellen mit Fotos über die Zeit zu dokumentieren. Eine einfache Fotoserie erleichtert es, langsame Veränderungen zu erkennen, und liefert Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt nützliche Informationen beim Termin. Achten Sie dabei auf gleichbleibende Lichtverhältnisse und Blickwinkel.
Schnelle Übersicht: Wann sollten Sie sich untersuchen lassen?
- Jedes neue Muttermal, das sich von Ihren anderen unterscheidet.
- Muttermale, die schnell wachsen, bluten, jucken oder schmerzen.
- Braune Flecken oder Pigmentveränderungen, die in Größe, Farbe oder Struktur wechseln.
- Anhaltende Ausschläge, schmerzhafte Hautveränderungen oder Wunden, die nicht heilen.
Im Zweifel sollten Sie immer eine Ärztin oder einen Arzt kontaktieren. Wenn eine Hautveränderung schnell schlimmer wird, schmerzt oder Anzeichen einer Infektion zeigt, suchen Sie bitte umgehend ärztliche Hilfe.
Haftungsausschluss
Dieser Artikel dient nur zur allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Diagnosen und Behandlungsentscheidungen sollten immer mit einer medizinischen Fachkraft besprochen werden. Bei sich verändernden, schmerzhaften, blutenden oder besorgniserregenden Hautveränderungen wenden Sie sich bitte umgehend an eine Ärztin oder einen Arzt.
Quellen
- Interview mit Jane Yoo, MD, MPP, FAAD (Mitglied der Skin of Color Society), Interview aus der Juli-Ausgabe.
- Interview mit Whitney Hovenic, MD, inklusive des Patientenfalls von Kelly English, Juli-Ausgabe.
- LATITUDE Atlas Studie (NCT06973291), Phase-3-randomisierte, doppelblinde Studie zum Vergleich von Zasocitinib und Deucravacitinib. (Studienbericht in der Juli-Ausgabe.)
- Artikel von Rivkah Epstein, PA-C, zu diagnostischen Herausforderungen in Umgebungen mit begrenztem Zugang zu Geräten und Verfahren, Juli-Ausgabe.