Chronischer Handekzem führt zu Arbeitsausfällen und verschlechtert die Lebensqualität

Warum das wichtig ist

Wenn Sie selbst oder jemand, den Sie kennen, an dauerhaftem Handekzem leidet (eine chronische Hautentzündung, die Rötungen, Juckreiz, Schuppenbildung oder Risse an Händen und Handgelenken verursacht), zeigt dieser neue Bericht, wie sehr das den Alltag und die Arbeit beeinträchtigen kann. Eine Umfrage unter 301 berufstätigen Erwachsenen, die im Duke University Health System behandelt wurden, verdeutlicht: Selbst bei üblicher Behandlung kämpfen viele weiterhin mit Produktivität, Gefühlen und alltäglichen Aufgaben.

Was die Studie untersucht hat

Die Ergebnisse stammen aus zwei Postern, die auf der Herbsttagung für Klinische Dermatologie 2026 vorgestellt wurden. Die Daten basieren auf einer Online-Umfrage, die zwischen März und Mai 2026 von LEO Pharma durchgeführt wurde (Quelle: LEO Pharma, Poster auf der Herbsttagung für Klinische Dermatologie 2026).

Teilnehmen konnten Personen, deren Abrechnungsdaten auf ein Ekzem oder eine Dermatitis hinwiesen und die berufstätig waren. Voraussetzung war, dass das Hand- oder Handgelenksekzem mindestens drei Monate andauerte oder im vergangenen Jahr mindestens zweimal auftrat. Von den 301 Befragten waren die meisten Frauen (78%), das Durchschnittsalter lag bei 38,5 Jahren, und etwa drei Viertel arbeiteten in Vollzeit.

Wie Arbeit und Alltag bewertet wurden

Für die Umfrage wurde ein standardisiertes Instrument verwendet, der Work Productivity and Activity Impairment (WPAI)-Fragebogen. Damit wurden Fehltage, verringerte Leistungsfähigkeit bei der Arbeit und Einschränkungen bei alltäglichen Aktivitäten erfasst. Die Lebensqualität wurde mit zwei Instrumenten gemessen: dem Dermatology Life Quality Index (DLQI), einem allgemeinen Haut-Lebensqualitätsindex, und der Hand Eczema Impact Scale (HEIS), die speziell die Auswirkungen des Handekzems im Alltag betrachtet.

Wichtige Ergebnisse – was die Betroffenen berichteten

Auswirkungen auf die Arbeit (letzte 7 Tage):

  • 3,0 % Fehlzeiten (verpasste Arbeitstage).
  • 30,9 % verringerte Leistungsfähigkeit während der Arbeit (Präsentismus).
  • 31,8 % Gesamtbeeinträchtigung der Arbeitsleistung durch Handekzem.
  • 21,9 % Einschränkungen bei alltäglichen Aktivitäten.

Mehr als 60 % gaben an, dass ihr Handekzem ihre Produktivität bei der Arbeit und ihre täglichen Aktivitäten zumindest teilweise beeinträchtigte. Etwa 14 % berichteten von starken Auswirkungen auf die Arbeitsleistung, rund 16 % von starken Einschränkungen im Alltag. Insgesamt hatten 11 % wegen ihres Handekzems den Job oder die Arbeitsaufgaben gewechselt, und 13,6 % fehlten in der vergangenen Woche eine oder mehrere Stunden bei der Arbeit (Quelle: LEO Pharma, WPAI-Umfrageergebnisse).

Alltägliche Belastungen am Arbeitsplatz

Viele Befragte gaben an, sich häufig die Hände zu waschen oder zu desinfizieren – mehr als die Hälfte tat dies an einem typischen Arbeitstag zehnmal oder öfter. Der Umgang mit möglichen Reizstoffen war ebenfalls häufig: 16,9 % berichteten, oft mit solchen Stoffen in Kontakt zu kommen, 8,0 % sogar immer. Insgesamt fühlten sich 42,2 % durch ihre Arbeit in der Entstehung oder Verschlechterung ihres Handekzems beeinträchtigt. Selbst unter denen, die ihre Erkrankung als mäßig bis sehr schwer einschätzten, machten 38,6 % die Belastungen am Arbeitsplatz verantwortlich (Quelle: Umfragedaten, vorgestellt auf der Konferenz).

Lebensqualität und emotionale Belastung

Der durchschnittliche DLQI-Wert lag bei 6,7 von 30 Punkten, was auf eine moderate Beeinträchtigung der Lebensqualität hinweist. Etwa 22 % der Befragten gaben an, dass ihre Hauterkrankung einen sehr großen oder extrem großen Einfluss auf ihr Leben hat. Besonders betroffen waren die Bereiche Symptome und Gefühle (zum Beispiel Schmerz, Juckreiz, Scham) sowie alltägliche Aktivitäten.

Die HEIS, die speziell das Handekzem betrachtet, zeigte die höchsten Werte bei Gefühlen von Scham und Frustration sowie bei Einschränkungen bei alltäglichen Tätigkeiten in unmittelbarer Nähe des Körpers (zum Beispiel Aufgaben, die Sie mit den Händen nah am Körper ausführen). Sowohl bei DLQI als auch bei HEIS waren die Werte bei Personen mit schwererer Erkrankung höher (Quelle: HEIS- und DLQI-Ergebnisse).

Wie Hautfreiheit und Behandlungen zusammenhängen

Zum Zeitpunkt der Umfrage gaben 53 % an, dass ihre Hände frei oder fast frei von Ekzem waren, 36 % schätzten ihre Erkrankung als mäßig ein, und 11 % als schwer oder sehr schwer. Beim schlimmsten Schub im vergangenen Jahr sagten jedoch nur 10 %, dass sie damals frei oder fast frei von Ekzem waren.

Fast alle (99 %) hatten Cremes oder Salben zur äußerlichen Anwendung benutzt. Etwa 72 % hatten ausschließlich topische Kortikosteroide (TCS) verwendet – das sind steroidhaltige Cremes oder Salben, die bei Ekzemen üblich sind. Unter denen, die nur TCS nutzten, berichteten nur 15,7 %, dass sich ihre Haut nach der Behandlung gebessert hatte. Personen, deren Haut sich gebessert hatte, gaben deutlich bessere Werte bei der Lebensqualität an als diejenigen, bei denen das nicht der Fall war (Quelle: Vergleich von Behandlung und DLQI, vorgestellt auf der Konferenz).

Was die Autoren zusammenfassen

Die Studienautoren betonen die erhebliche Belastung durch chronisches Handekzem im Beruf: verminderte Produktivität, Fehlzeiten und Jobwechsel oder veränderte Aufgaben. Sie weisen auch darauf hin, dass viele Betroffene trotz routinemäßiger äußerlicher Behandlung und selbst bei scheinbar klarer Haut zum Zeitpunkt der Umfrage weiterhin deutliche emotionale und funktionelle Probleme haben (Quelle: Poster auf der Herbsttagung für Klinische Dermatologie 2026).

Wichtige Einschränkungen der Studie

Einige wichtige Punkte sollten bei der Bewertung der Ergebnisse beachtet werden: Die Schwere der Erkrankung wurde von den Patienten selbst eingeschätzt, nicht von Ärztinnen oder Ärzten. Die Daten zur Arbeitsproduktivität wurden nicht mit formalen Hypothesentests geprüft. Die Umfrage wurde von LEO Pharma durchgeführt, und vier der neun Autoren sind bei diesem Unternehmen angestellt. Diese Faktoren machen die Ergebnisse nicht ungültig, sind aber wichtig für die Einordnung (Quelle: Studienangaben).

Wann Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen sollten

Wenn Ihr Handekzem Sie an der Arbeit hindert, starke emotionale Belastungen wie anhaltende Scham oder Frustration verursacht oder nicht auf übliche Cremes anspricht, sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Dermatologen. Auch bei Anzeichen einer Infektion (zunehmende Schmerzen, sich ausbreitende Rötung, Eiter), schnellen Veränderungen oder Blutungen sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Veränderungen im Blick behalten

Fotos Ihrer Hände und Notizen darüber, wie oft Schübe auftreten oder was sie verschlimmert (zum Beispiel bestimmte Seifen, Tätigkeiten oder Arbeitsbereiche), können Ihnen und Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt helfen, die besten nächsten Schritte zu planen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel fasst Ergebnisse einer Patientenbefragung zusammen und stellt keine medizinische Beratung dar. Entscheidungen zur Behandlung sollten Sie immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Dermatologen treffen.

Quellen

  1. Weiss SC, Ozdemir S, Reed SD, et al. Impaired work productivity in adults with chronic hand eczema: a survey of patients in a large integrated healthcare system in the United States. Poster presented at: 2026 Fall Clinical Dermatology Conference; October 8–11, 2026; Las Vegas, NV. (Quelle: Konferenzposter von LEO Pharma)
  2. Weiss SC, Ozdemir S, Reed SD, et al. Quality of life and daily functioning impairment among working adults with chronic hand eczema in a large integrated healthcare system in the United States. Poster presented at: 2026 Fall Clinical Dermatology Conference; October 8–11, 2026; Las Vegas, NV. (Quelle: Konferenzposter von LEO Pharma)
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