Die National Eczema Association veröffentlicht Daten zu atopischer Dermatitis für jeden Bundesstaat

Warum dieser Bericht wichtig ist

Wenn Sie selbst oder jemand, den Sie betreuen, unter juckender, geröteter oder schuppiger Haut leidet, kennen Sie vielleicht das Ekzem. Eine häufige Form davon ist die atopische Dermatitis (AD). Die National Eczema Association (NEA) hat kürzlich einen ausführlichen Bericht veröffentlicht, der zeigt, wie AD in den USA verbreitet ist. Tenesha Wallace Hood, MA, die Leiterin für die Zusammenarbeit mit medizinischen Fachkräften bei der NEA, sprach in einem aktuellen Interview über die Ergebnisse.

Der Bericht mit dem Titel „State of AD 2026 National Indicator Report“ fasst Abrechnungs- und Behandlungsdaten aus der privaten Krankenversicherung, Medicare (staatliche Krankenversicherung für Senioren) und Medicaid (staatliche Gesundheitsversorgung für Bedürftige) zusammen. Die NEA hat außerdem für alle 50 Bundesstaaten sowie den District of Columbia kurze Übersichten erstellt. Ziel war es, ein klares, gemeinsames Bild davon zu zeichnen, wer diagnostiziert wird, wo die Behandlung stattfindet und wie sich die Versorgung und der Zugang zu Spezialisten im Land unterscheiden.

Eine verständliche Zusammenfassung

Kurz gesagt: Der Bericht liefert Ärztinnen und Ärzten, Gesundheitsbehörden und politischen Entscheidungsträgern eine gemeinsame Datenbasis. Diese hilft, AD früher zu erkennen und zu behandeln, unterstützt lokale Gesundheitsplaner bei besseren Entscheidungen und fördert Initiativen, um Versorgungslücken in besonders betroffenen Gemeinschaften zu schließen.

Wie die Daten entstanden sind

Bisherige Quellen wie Umfragen oder kleinere Studien lieferten nur einzelne Teile des Gesamtbildes. Sie ließen sich zudem schwer über Altersgruppen, Versicherungsarten und Regionen hinweg vergleichen. Die NEA hat deshalb mit der Beratungsfirma Milliman zusammengearbeitet, um eine Basis zu schaffen, die national, nach Bundesstaaten und nach städtischen oder ländlichen Gebieten ausgewertet werden kann. Die Daten stammen aus Abrechnungen und Behandlungsberichten, die zeigen, wann Menschen medizinische Hilfe suchen und welche Diagnosen oder Medikamente dokumentiert wurden.

Diagnostizierte Fälle vs. alle mit AD

Der Bericht schätzt, dass etwa 2,3 % der Menschen in den USA eine dokumentierte Diagnose von AD haben – das sind rund 6,9 Millionen Menschen. Diese Zahl beschreibt also diejenigen, die mit dem Gesundheitssystem in Kontakt waren und bei denen eine Diagnose in den Abrechnungsdaten vermerkt wurde. Sie umfasst nicht alle, die tatsächlich AD haben könnten.

Andere Studien und Umfragen berichten oft von höheren Zahlen. Das liegt vermutlich daran, dass Menschen mit milden Symptomen oft keinen Arzt aufsuchen, manche Schwierigkeiten haben, eine offizielle Diagnose zu bekommen, und andere durch Kosten, fehlende Transportmöglichkeiten oder mangelnde Fachärzte in der Nähe an der Behandlung gehindert werden. Die NEA betont, dass AD wahrscheinlich unterschätzt wird und die Auswirkungen oft nicht ausreichend wahrgenommen werden.

Was die Ergebnisse zu systemischen Steroiden bedeuten

Der Bericht zeigt auch Muster bei Verschreibungen von systemischen Steroiden (Tabletten oder Spritzen, die den ganzen Körper beeinflussen). Wallace Hood weist darauf hin, dass Abrechnungsdaten zwar zeigen, welche Medikamente ausgegeben wurden, aber nicht, warum Ärztinnen und Ärzte sich dafür entschieden haben. Die Ergebnisse sollen daher eher zum Nachdenken anregen als einzelne Behandlungsentscheidungen bewerten.

Systemische Steroide können aus verschiedenen Gründen bei AD zum Einsatz kommen. Menschen mit schwerer AD benötigen manchmal stärkere Therapien, und solche Steroide werden gelegentlich kurzfristig eingesetzt. Außerdem werden diese Medikamente auch bei anderen Erkrankungen verschrieben, die häufig zusammen mit AD auftreten, wie Asthma. Die Frage, die sich daraus ergibt, ist: Bekommen Menschen mit AD rechtzeitig eine Behandlung, die den aktuellen Empfehlungen entspricht? Die NEA will weiterhin Aufklärung, Bewusstsein und Interessenvertretung fördern, um den Zugang und die Versorgungsqualität zu verbessern.

Welche Auswirkungen der Bericht für Betroffene haben kann

Für Menschen mit AD und ihre Angehörigen ist der praktische Nutzen des Berichts, dass er aufzeigt, wo die Versorgung besser werden kann. Öffentliche Gesundheitsämter vor Ort können die Übersichten für ihren Bundesstaat nutzen, um den Bedarf besser einzuschätzen. Ärztinnen und Ärzte sowie Kliniken erkennen Muster bei Diagnose und Behandlung und können prüfen, ob sie Patientinnen und Patienten früh genug erreichen. Interessenvertreter können die Daten nutzen, um sich für besseren Zugang zu Spezialisten und moderne Therapien einzusetzen.

Wann Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen sollten

Wenn Ihre Haut häufig juckt, gerötet, schuppig, nässt oder schmerzt oder wenn die Symptome Ihren Schlaf, die Schule, die Arbeit oder den Alltag beeinträchtigen, sprechen Sie bitte mit einer medizinischen Fachkraft. Bei Anzeichen einer Infektion (stärkere Schmerzen, Wärme, Eiter oder Fieber), plötzlicher Verschlechterung, Blutungen oder sich schnell ausbreitendem Ausschlag sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe suchen. Welche Behandlung wann sinnvoll ist, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einem Dermatologen.

Veränderungen der Haut im Blick behalten

Es kann hilfreich sein, Hautveränderungen über die Zeit mit Fotos oder einem Tagebuch zu dokumentieren. Diese Informationen erleichtern es, Muster von Schüben und Auslösern zu beschreiben und unterstützen so die Ärztin oder den Arzt bei der Therapieplanung.

Kurzer Hinweis

Dieser Artikel fasst ein Gespräch mit einer Vertreterin der NEA zum Bericht „State of AD 2026“ und den verwendeten Daten zusammen. Er stellt keine medizinische Beratung dar. Entscheidungen zur Behandlung sollten immer gemeinsam mit Ihrer medizinischen Fachkraft getroffen werden.

Quellen

  1. Hansen D, Bazell C, Pelizzari P, McPherson R. The State of Atopic Dermatitis in the United States. National Eczema Association. (Quelle: National Eczema Association, The State of Atopic Dermatitis in the United States). Abgerufen am 5. Oktober 2026.
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