Die Sicherheit von reinem PDGF-BB setzt einen neuen Maßstab in der regenerativen ästhetischen Behandlung.

Warum das wichtig ist: Ein genauer Blick auf einen häufig untersuchten Wirkstoff zur Hautreparatur

Wenn Sie Hautpflege-Trends verfolgen, haben Sie sicher schon von „regenerativen“ Behandlungen gehört, die darauf abzielen, die Hautqualität zu verbessern, indem sie die körpereigenen Reparatursysteme anregen. Eine aktuelle Übersicht von Michael Gold, MD, fasst zwei neue, peer-reviewed Studien zu einem dieser Wirkstoffe zusammen und macht für Behandler und Patientinnen und Patienten einen klaren Punkt deutlich: Die dreißigjährige Sicherheitsbilanz dieses Wirkstoffs sollte als Maßstab für andere Produkte gelten.

Eine kurze, verständliche Zusammenfassung

Der Wirkstoff heißt rekombinanter humaner plättchenbasierter Wachstumsfaktor-BB (rhPDGF-BB). Er wird seit etwa 30 Jahren in der Wundversorgung und Gewebereparatur eingesetzt und erforscht. Die neue Übersicht betrachtet eine lange Reihe von Labor- und klinischen Studien und kommt zu dem Ergebnis, dass rhPDGF-BB lokal im Gewebe wirkt, kaum oder gar nicht dauerhaft im Körper verbleibt und in umfangreichen Langzeitstudien nicht mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht wurde. Der Autor fordert, dass neue regenerative Produkte denselben wissenschaftlichen Nachweis erbringen sollten, bevor sie in der ästhetischen Medizin breit eingesetzt werden (Quelle: Gold MH, Keaney TC, Fitzgerald R., „Setting the standard for peer-reviewed published studies on regenerative products in aesthetic medicine and post-procedure wound care“).

Was ist rhPDGF-BB und wie unterscheidet es sich von Fillern?

rhPDGF-BB ist eine im Labor hergestellte Version eines natürlichen Wachstumsfaktors. Wachstumsfaktoren sind Proteine, die der Körper nutzt, um Zellen zur Reparatur und zum Aufbau von Gewebe anzuregen. In der Hautpflege geht es darum, die eigenen Zellen dazu zu bringen, mit der Zeit mehr Kollagen, Elastin und natürliche Hyaluronsäure zu produzieren – im Gegensatz zu Dermalfillern, die vor allem sofort Volumen hinzufügen.

Während Filler hauptsächlich sofort Volumen schaffen, zielen bioregenerative Wirkstoffe wie rhPDGF-BB darauf ab, die Hautstruktur langfristig zu verbessern. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den sogenannten „regenerativen“ Produkten, und nicht alle sind so gut erforscht.

Was die Studien zur Sicherheit sagen

Golds Übersicht konzentriert sich auf zwei aktuelle Artikel, die jahrzehntelange Forschung zu rhPDGF-BB zusammenfassen (Quelle: Hee CK, Slade HB, Lynch SE., „Safety of exogenous recombinant human platelet-derived growth factor-BB (rhPDGF-BB) for medical and cosmetic applications“; Slade HB, Lynch SE, Dickerson JE Jr., „Safety of up to 140 daily applications of recombinant human platelet-derived growth factor (rhPDGF-BB) onto skin wounds: unboxing the evidence“).

Wichtige Erkenntnisse aus diesen Artikeln:

  • rhPDGF-BB ist der Wirkstoff in vier von der FDA zugelassenen Produkten, die bei chronischen Wunden sowie zur Unterstützung der Heilung von Weichgewebe und Knochen eingesetzt werden (Quelle: Gold MH et al.).
  • Die Studien umfassen verschiedene Anwendungsformen – Cremes, Injektionen und Implantate – oft in deutlich höheren Dosen als bei ästhetischen Behandlungen.
  • Pharmakokinetische Daten zeigen, dass PDGF-BB, das von außen zugeführt wird, hauptsächlich dort wirkt, wo es aufgetragen wird, eine kurze Halbwertszeit hat und selbst bei hohen Dosen nur sehr geringe systemische Belastungen bei Tieren und Menschen verursacht.
  • In zahlreichen präklinischen Tests traten Hautreizungen, allergische Reaktionen oder allgemeine Toxizität kaum auf, unabhängig von der Verabreichungsform.
  • Eine Studie zur Reproduktionstoxizität bei Ratten, die während eines Teils der Schwangerschaft täglich intravenös behandelt wurden, zeigte keine behandlungsbedingten Todesfälle oder relevante negative Auswirkungen.
  • Die klinische Datenlage ist umfangreich: Über 100 randomisierte kontrollierte Studien in mehr als 25 Jahren mit etwa 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigten vergleichbare Nebenwirkungsraten bei PDGF-Behandelten und Kontrollgruppen.

Wie sieht es mit dem Krebsrisiko aus?

Eine Sorge, die früher geäußert wurde, ist, ob Wachstumsfaktoren das Krebsrisiko erhöhen könnten. Die FDA verlangte zeitweise eine Warnung auf reinen PDGF-BB-Produkten wegen eines theoretischen Krebsrisikos. Die neueren Analysen in der Übersicht haben diese Frage genau untersucht.

Langfristige, retrospektive Studien verglichen Patientinnen und Patienten, die bis zu 140-mal täglich PDGF-BB lokal angewendet hatten, mit unbehandelten Kontrollgruppen. Insgesamt wurden mehr als 13.000 Personen über mehr als zehn Jahre beobachtet. Dabei zeigte sich keine erhöhte Krebsrate oder mehr krebsbedingte Todesfälle durch die Anwendung von PDGF-BB. Aufgrund dieser Daten wurde die zuvor erforderliche Krebs-Warnung wieder entfernt (Quelle: Slade HB, Lynch SE, Dickerson JE Jr.).

Warum der Autor darin einen Maßstab sieht

Der übergeordnete Punkt der Übersicht ist ein Appell für höhere Nachweisstandards im Bereich der regenerativen Ästhetik. Viele neue „bioregenerative“ Produkte kommen auf den Markt, doch nicht alle haben die gründlichen nichtklinischen Tests, pharmakokinetischen Untersuchungen, toxikologischen Studien oder langfristigen klinischen Prüfungen durchlaufen, die bei Arzneimitteln üblich sind.

Die jahrzehntelange Datenbasis zu rhPDGF-BB – mit Laborstudien, randomisierten Studien, Langzeitbeobachtungen und behördlichen Bewertungen – bietet ein deutlich umfassenderes Bild zur Sicherheit als viele neuere Produkte. Der praktische Rat für Ärztinnen, Ärzte und Patientinnen und Patienten lautet daher: Ein gut dokumentiertes Sicherheitsprofil ist ein wichtiger Faktor bei der Wahl einer regenerativen Behandlung (Quelle: Gold MH et al.).

Was das für Sie bedeutet, wenn Sie regenerative Behandlungen in Erwägung ziehen

Wenn Sie über eine regenerative Hautbehandlung nachdenken, sollte Ihr Behandlungsteam Ihnen erklären können, wie viel Forschung es zu dem Produkt gibt, welche Studien durchgeführt wurden und was man über die langfristige Sicherheit weiß. Behandlungen mit einer gut belegten Sicherheitsbilanz geben sowohl Patientinnen und Patienten als auch Behandlern mehr Sicherheit.

Sprechen Sie mit Ihrer Dermatologin oder Ihrem Arzt über Risiken, Vorteile und Alternativen. So können Sie gemeinsam abwägen, ob etablierte Sicherheitsdaten oder neuere, weniger erforschte Angebote besser zu Ihnen passen.

Wie Sie Veränderungen Ihrer Haut beobachten können

Wenn Sie nach einer Behandlung sichtbare Veränderungen verfolgen möchten, können Fotos und Notizen über die Zeit helfen, Verbesserungen oder neue Auffälligkeiten zu erkennen. Solche Dokumentationen können Sie gut auf einen Termin bei Ihrer Dermatologin oder Ihrem Arzt vorbereiten, ersetzen aber keine professionelle Untersuchung.

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Wenden Sie sich an eine Dermatologin oder einen Arzt, wenn Sie beunruhigende Veränderungen bemerken, etwa ein neues oder sich veränderndes Muttermal, anhaltende Blutungen, zunehmende Schmerzen, Anzeichen einer Infektion (Rötung, Wärme, Eiter), schnelles Wachstum einer Hautläsion oder andere unerwartete Symptome nach einem Eingriff. Bei der Wahl der Behandlung hilft Ihnen eine Fachperson, die Belege zu erklären und mit Ihnen die sicherste Option zu finden.

Haftungsausschluss

Dieser Artikel erklärt aktuelle Forschungsergebnisse und Expertenmeinungen zu einem bestimmten Wachstumsfaktor, der in der Wundversorgung und einigen kosmetischen Behandlungen eingesetzt wird. Er ersetzt keine medizinische Beratung. Entscheidungen zur Behandlung sollten immer gemeinsam mit einer qualifizierten Ärztin oder einem Arzt getroffen werden, die oder der Ihre Krankengeschichte kennt. Bei ernsthaften oder sich verändernden Hautsymptomen suchen Sie bitte umgehend ärztliche Hilfe.

Quellen

  1. Gold MH, Keaney TC, Fitzgerald R. Setting the standard for peer-reviewed published studies on regenerative products in aesthetic medicine and post-procedure wound care. (Quelle: Gold MH, Keaney TC, Fitzgerald R.)
  2. Hee CK, Slade HB, Lynch SE. Safety of exogenous recombinant human platelet-derived growth factor-BB (rhPDGF-BB) for medical and cosmetic applications: a review. (Quelle: Hee CK, Slade HB, Lynch SE.)
  3. Slade HB, Lynch SE, Dickerson JE Jr. Safety of up to 140 daily applications of recombinant human platelet-derived growth factor (rhPDGF-BB) onto skin wounds: unboxing the evidence. (Quelle: Slade HB, Lynch SE, Dickerson JE Jr.)
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