Portweinflecken verstehen und behandeln: Die neuesten Fortschritte einfach erklärt

Was sind Portweinflecken und warum sie wichtig sind

Portweinflecken, medizinisch als kapillare Malformationen (PWCMs) bezeichnet, sind Hautveränderungen, bei denen sich zusätzliche Blutgefäße in der Haut bilden. Manche Menschen werden mit diesen Flecken geboren. Sie zeigen sich meist als flache, rosa, rote oder violette Stellen direkt bei der Geburt. Im Laufe der Zeit können sich diese Flecken verändern – sie werden dicker, entwickeln kleine Erhebungen oder betreffen tiefere Hautschichten. Solche Veränderungen beeinflussen, wie die Flecken aussehen und wie gut Behandlungen wirken. (Quelle: Don’t Be Rash Podcast-Interview mit Kristen Kelly, MD und Andrew Krakowski, MD)

Wie sich Portweinflecken im Laufe der Zeit verändern können

Bei der Geburt sind Portweinflecken meist flach und relativ hell gefärbt. Doch diese Hautveränderungen können sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte langsam weiterentwickeln. Manche werden dunkler oder dicker, einige bilden sichtbare Gefäßknoten oder betreffen tiefere Gewebeschichten. Die Größe und Tiefe der Blutgefäße variiert von Person zu Person, was auch erklärt, warum die Reaktion auf Behandlungen schwer vorherzusagen ist. (Quelle: Don’t Be Rash Podcast-Interview mit Kristen Kelly, MD und Andrew Krakowski, MD)

Was verursacht Portweinflecken?

Portweinflecken entstehen durch genetische Veränderungen, die bestimmte Blutgefäße in der Haut betreffen. Besonders interessant für Forscher ist ein Gen namens GNAQ, das häufig bei diesen Hautveränderungen eine Rolle spielt. Wissenschaftler hoffen, dass ein besseres Verständnis dieser genetischen Abläufe zukünftig zu verbesserten Behandlungsmöglichkeiten führt. (Quelle: Don’t Be Rash Podcast-Interview mit Kristen Kelly, MD und Andrew Krakowski, MD)

Behandlungsmöglichkeiten einfach erklärt

Die am häufigsten eingesetzte und gut erforschte Behandlung für Portweinflecken ist der gepulste Farbstofflaser (PDL). Dabei handelt es sich um einen Laser, der gezielt die Blutgefäße anspricht und eine lange Sicherheitsbilanz hat. Ärztinnen und Ärzte sehen den PDL oft als Standardbehandlung an. Manchmal kann die Therapie schon sehr früh im Leben beginnen, sogar in den ersten Lebenswochen. Frühzeitige Behandlung kann bei manchen Kindern zu einer besseren Verblassung der Flecken führen. (Quelle: Don’t Be Rash Podcast-Interview mit Kristen Kelly, MD und Andrew Krakowski, MD)

Warum eine frühe Behandlung helfen kann: Jüngere Haut hat oft kleinere und oberflächlichere Gefäße sowie weniger Hautpigmente. Das ermöglicht dem Laser, die Blutgefäße besser zu erreichen. Babys besitzen außerdem mehr fetales Hämoglobin, was die Wirkung des Lasers verändern kann. Außerdem kann eine frühe Behandlung helfen, die sozialen oder emotionalen Auswirkungen eines sichtbaren Muttermals vor dem Schuleintritt zu verringern. (Quelle: Don’t Be Rash Podcast-Interview mit Kristen Kelly, MD und Andrew Krakowski, MD)

Weitere Verfahren, die Ärztinnen und Ärzte in Betracht ziehen

Da nicht jeder Portweinfleck gleich auf eine Behandlung anspricht, können in bestimmten Fällen auch andere Licht- und Lasertherapien zum Einsatz kommen. Dazu gehören Laser mit kürzerer Wellenlänge wie 532 nm, intensiv gepulstes Licht (IPL) und tiefer eindringende Laser mit Wellenlängen von 755 nm oder 1064 nm. Diese tiefer wirkenden Laser erreichen dickere oder knotige Hautveränderungen, bergen aber auch höhere Risiken und werden meist bei Erwachsenen eingesetzt. Eine weitere Option, die erforscht wird, ist die photodynamische Therapie. Dabei wird ein lichtempfindliches Medikament gespritzt und anschließend mit Licht aktiviert. Diese Methode könnte bei verschiedenen Hauttypen funktionieren, kann jedoch eine allgemeine Lichtempfindlichkeit und Unwohlsein während der Behandlung verursachen. (Quelle: Don’t Be Rash Podcast-Interview mit Kristen Kelly, MD und Andrew Krakowski, MD)

Warum Portweinflecken manchmal wiederkommen oder nicht vollständig verschwinden

Auch nach einer Laserbehandlung können Portweinflecken teilweise zurückkehren. Das liegt daran, dass die zugrunde liegende genetische Veränderung in einigen Blutgefäßzellen bestehen bleibt und neue Gefäße entstehen können. Die Behandlungserfolge hängen auch vom Ort ab: Flecken im Gesicht verblassen oft leichter als an Armen oder Beinen, und seitliche Gesichtspartien sprechen meist besser auf die Therapie an als die Mitte des Gesichts. Aktuell können Ärztinnen und Ärzte nicht zuverlässig vorhersagen, wie viele Behandlungen nötig sind oder wie vollständig die Flecken verschwinden. (Quelle: Don’t Be Rash Podcast-Interview mit Kristen Kelly, MD und Andrew Krakowski, MD)

Forschung und mögliche zukünftige Entwicklungen

Die Forschung beschäftigt sich zunehmend mit der Biologie hinter Portweinflecken und mit bildgebenden Verfahren wie der optischen Kohärenztomographie. Diese Technik kann zeigen, wie tief und dicht die Blutgefäße liegen. Solche Fortschritte könnten helfen, die beste Behandlung für jede Person auszuwählen und vorherzusagen, wer am ehesten davon profitiert. Patientengruppen und Organisationen wie die Sturge-Weber Foundation und die Vascular Birthmark Foundation tragen ebenfalls dazu bei, das Bewusstsein zu erhöhen und Forschungsprojekte zu unterstützen. (Quelle: Don’t Be Rash Podcast-Interview mit Kristen Kelly, MD und Andrew Krakowski, MD)

Wann Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen sollten

Wenden Sie sich an eine Kinderärztin, einen Kinderarzt oder eine Dermatologin beziehungsweise einen Dermatologen, wenn sich ein Muttermal schnell verändert, zu bluten beginnt, schmerzhaft wird, Anzeichen einer Infektion zeigt oder schnell wächst. Auch wenn das Muttermal das Selbstbewusstsein oder das soziale Leben beeinträchtigt, kann eine Fachärztin oder ein Facharzt weiterhelfen. Sie oder er kann Behandlungsmöglichkeiten, Risiken und Erwartungen besprechen. Entscheidungen zur Behandlung sollten immer gemeinsam mit medizinischem Fachpersonal getroffen werden. (Quelle: Don’t Be Rash Podcast-Interview mit Kristen Kelly, MD und Andrew Krakowski, MD)

Es kann hilfreich sein, Fotos des Muttermals über die Zeit zu machen. Regelmäßige, gut beleuchtete Bilder ermöglichen es Ihnen und Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, kleine Veränderungen zu erkennen und den Behandlungserfolg zu verfolgen.

Kurzer Hinweis

Dieser Artikel fasst Informationen aus einem Podcast-Interview zusammen und soll Ihnen Portweinflecken verständlich erklären. Er ersetzt keine ärztliche Beratung. Für persönliche Empfehlungen oder bei dringenden Anliegen wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachkraft.

Quellen

  1. Don’t Be Rash Podcast-Interview mit Kristen Kelly, MD und Andrew Krakowski, MD (Folge in Zusammenarbeit mit der Society for Pediatric Dermatology).
  2. Society for Pediatric Dermatology (im Podcast erwähnt).
  3. Sturge-Weber Foundation (im Podcast erwähnt).
  4. Vascular Birthmark Foundation (im Podcast erwähnt).
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