Neue UV-Filter und Immuntherapie: Fortschritte beim Schutz und der Gesundheit der Haut
Warum das wichtig ist
Sonnenschutz ist immer wieder Thema, wenn es um Hautgesundheit geht. Obwohl heute mehr Menschen über Sonnencremes und Hautkrebs sprechen, halten sich viele Mythen hartnäckig. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Punkte zusammen, die Kathleen Suozzi, MD, außerordentliche Professorin für Dermatologie an der Yale School of Medicine, im Rahmen des UV-Sicherheitsmonats erklärt hat. Er richtet sich an alle, die klare und praktische Informationen zum Schutz ihrer Haut suchen.
Häufige Sorgen und was die Fakten sagen
Eine Sorge, die ich oft höre, ist die Annahme, dass Sonnencreme selbst Hautkrebs verursachen könnte. Dafür gibt es keine Belege. Ein anderes Thema, das zuletzt diskutiert wurde, ist, dass chemische Inhaltsstoffe in Sonnencremes ins Blut gelangen könnten. Studien haben zwar geringe Spuren einiger Filter im Blut nachgewiesen, doch jahrzehntelange Anwendung im Alltag hat keine gesundheitlichen Schäden durch diese niedrigen Mengen gezeigt.
Insgesamt bestätigen die Daten, dass Sonnencreme eine sichere und hilfreiche Methode ist, um UV-bedingte Hautschäden zu begrenzen. Das bedeutet nicht, dass bereits entstandene Schäden rückgängig gemacht werden, aber sie kann helfen, künftige Schäden zu reduzieren.
Warum es sich lohnt, die Haut auch jetzt noch zu schützen
Es stimmt, dass sich Sonnenschäden im Laufe der Zeit ansammeln und Vergangenes nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Trotzdem macht regelmäßiger Sonnenschutz einen spürbaren Unterschied. Die Verwendung von Sonnencreme und weiteren Schutzmaßnahmen kann das Risiko für neue Hautkrebsarten senken und das Fortschreiten von sonnenbedingter Hautalterung oder Schäden verlangsamen.
Praktischer Sonnenschutz – mehr als nur Sonnencreme
Sonnencreme ist wichtig, sollte aber Teil eines umfassenderen Schutzkonzepts sein:
- Tragen Sie, wenn möglich, breitkrempige Hüte statt Baseballcaps. Sie schützen Gesicht und Nacken besser.
- Probieren Sie UPF-Kleidung (Ultraviolett-Schutzfaktor) für zusätzlichen Schutz, vor allem bei längeren Aufenthalten in der Sonne.
- Wählen Sie eine Sonnencreme, die Sie wirklich benutzen. Die beste Sonnencreme ist die, die Sie regelmäßig auftragen. Entscheiden Sie sich für ein Produkt, das zu Ihrem Hauttyp passt, keine Hautunreinheiten verursacht und angenehm auf der Haut ist – so bleiben Sie eher dabei.
Wie Sie den Lichtschutzfaktor (LSF) einschätzen
Der Lichtschutzfaktor (LSF) zeigt, wie viel UVB-Schutz eine Sonnencreme bietet. Der Unterschied ist nicht linear: LSF 15 blockiert etwa 93–95 % der UVB-Strahlen, LSF 30 rund 97 %. Höhere LSF-Werte bieten nur noch geringfügig mehr Schutz, können aber oft dicker sein oder sich schwerer anfühlen – das führt dazu, dass viele Menschen sie seltener verwenden.
Aus diesem Grund empfehlen viele Expertinnen und Experten mindestens LSF 30 und eine tägliche Anwendung – das ganze Jahr über. So sind Sie auch bei kurzen, alltäglichen Sonnenkontakten geschützt, zum Beispiel beim Autofahren, auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen oder im Garten. Diese kleinen Sonnenmomente summieren sich im Laufe der Zeit.
Neuigkeiten bei Sonnencremes
Eine aktuelle Entwicklung ist die Zulassung von Bemotrizinol (Tinosorb S) durch die FDA (US-amerikanische Arzneimittelbehörde). Dieser Wirkstoff wird in anderen Ländern bereits seit über 20 Jahren eingesetzt. Bemotrizinol ist ein einzelner, photostabiler Filter, der sowohl vor UVA- als auch UVB-Strahlen schützt. Er reizt die Haut weniger und wird aufgrund seiner größeren Molekülgröße weniger wahrscheinlich vom Körper aufgenommen. Diese Kombination macht ihn zu einem vielversprechenden Inhaltsstoff für zukünftige Sonnencremes in den USA.
Mehr als nur Vorbeugung: Fortschritte in der Hautkrebsbehandlung
Schutz ist nur ein Teil des Ganzen. Es gibt auch laufende Fortschritte bei der Behandlung, die die Therapie bestimmter Hautkrebsarten verändern könnten.
Energiegestützte Geräte – also solche, die Licht oder Radiofrequenzenergie nutzen – gewinnen an Interesse, weil sie die Hautgesundheit insgesamt verbessern und möglicherweise das Risiko für einige Formen von nicht-melanozytärem Hautkrebs senken können. Gleichzeitig verändert die Immuntherapie die Behandlung von fortgeschrittenen Krebsarten. Medikamente, die auf PD-1 (ein Protein auf Immunzellen) abzielen, werden bereits bei fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom eingesetzt. Forschende untersuchen zudem die Anwendung von Immuntherapien vor Operationen (neoadjuvant) oder direkt in Tumoren (intralesional). Diese Ansätze könnten in Zukunft den Bedarf an Operationen verringern und mehr Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene eröffnen.
Hautveränderungen im Blick behalten
Fotos von Muttermalen oder Hautstellen über einen längeren Zeitraum zu machen, kann helfen, Veränderungen besser wahrzunehmen. Das erleichtert es, beim Arzt oder bei der Ärztin genau zu beschreiben, was sich verändert hat, und auffällige Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Wann Sie zum Arzt sollten
Suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf, wenn Ihnen Folgendes auffällt:
- Ein Muttermal oder eine Hautstelle verändert Größe, Form oder Farbe
- Neue Hautwucherungen, die bluten, schmerzen oder nicht heilen
- Schnell wachsende Hautveränderungen oder offene Stellen, die entzündet wirken
- Andere auffällige oder sich verändernde Hautstellen
Wenn Sie unsicher sind, holen Sie lieber eine fachliche Meinung ein. Entscheidungen über Behandlungen sollten immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt getroffen werden.
Kurze Erinnerung
Dieser Artikel fasst Aussagen von Kathleen Suozzi, MD, zusammen, die sie während des UV-Sicherheitsmonats gemacht hat. Er dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Für persönliche Empfehlungen zu Sonnencreme, Vorbeugung oder Behandlung sprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Quellen
- Interview mit Kathleen Suozzi, MD, außerordentliche Professorin für Dermatologie, Yale School of Medicine (Äußerungen während des UV-Sicherheitsmonats).
- U.S. Food and Drug Administration: aktuelle Zulassung von Bemotrizinol (Tinosorb S).