Neue Studie zeigt überlappende Gesundheitsrisiken bei Patienten mit Ekzemen und Psoriasis.

Neue umfassende US-Daten zeigen erhebliche systemische Belastungen bei Ekzemen und Psoriasis – und wichtige Versorgungslücken

Die Jahrestagung der American Academy of Dermatology 2026 präsentierte neue Daten aus der Praxis, die verdeutlichen, wie viel mehr als eine Hauterkrankung sowohl Ekzeme als auch Psoriasis für viele Menschen sein können.

Die Forscher verwendeten das All of Us Research Program der National Institutes of Health, um diese beiden häufigen entzündlichen Hauterkrankungen in einer großen, vielfältigen Stichprobe von US-Erwachsenen zu vergleichen (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Studienaufbau und wer einbezogen wurde

Die Analyse war ein Querschnittssnapshot, der 623.464 Teilnehmer aus der All of Us-Datenbank umfasste (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Innerhalb dieser Kohorte identifizierten die Forscher 10.449 Personen mit Ekzemen und 5.614 Personen mit Psoriasis und verwendeten eine Lymphomgruppe (n = 2.841) als Referenzpopulation für einige Vergleiche (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Das Team betrachtete eine breite Palette von Variablen: demografische und verhaltensbezogene Merkmale sowie klinische Begleiterkrankungen wie kardiometabolische Erkrankungen, Depression, Atemwegserkrankungen, Raucherhistorie und Exposition gegenüber systemischem Prednison (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Beide Erkrankungen tragen eine hohe Begleiterkrankungsbelastung

Im Einklang mit dem sich entwickelnden Verständnis, dass viele chronische entzündliche Hauterkrankungen systemische Auswirkungen haben, wiesen sowohl die Ekzem- als auch die Psoriasisgruppen erhebliche Belastungen durch andere Krankheiten und Zustände auf (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Die Raten von Fettleibigkeit waren in beiden Gruppen auffällig hoch: 43,9 % der Ekzemkohorte und 46,5 % der Psoriasiskohorte erfüllten die Kriterien für Fettleibigkeit (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Auch psychische Gesundheitsprobleme waren häufig. Fast die Hälfte jeder Gruppe hatte eine Dokumentation von Depression – 47,1 % in der Ekzemgruppe und 45,6 % in der Psoriasiskohorte – was weit über den etwa 28–29 % in der Lymphom-Referenzkohorte lag (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Diese Ergebnisse spiegeln frühere Bevölkerungsforschungen wider, die Zusammenhänge zwischen chronischen entzündlichen Hauterkrankungen und sowohl metabolischen Dysfunktionen als auch psychiatrischen Begleiterkrankungen zeigen, und sie deuten darauf hin, dass die Bedürfnisse der psychischen Gesundheit in der dermatologischen Versorgung möglicherweise nicht ausreichend erkannt werden (Quelle: Schonmann et al., J Allergy Clin Immunol Pract. 2020).

Psoriasis zeigt ein stärkeres kardiometabolisches und verhaltensbezogenes Risikosignal

Obwohl beide Erkrankungen mit systemischen Krankheiten assoziiert waren, fand die Analyse ein klareres kardiometabolisches Risikoprofil bei Personen mit Psoriasis (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Zum Beispiel war die dokumentierte Vorgeschichte eines Myokardinfarkts bei Psoriasis (8,6 %) höher als bei Ekzemen (7,1 %), und die Raten von Schlaganfällen lagen bei 0,6 % bei Psoriasis im Vergleich zu 0,3 % bei Ekzemen (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Die Raucherhistorie war in der Psoriasiskohorte (42,4 %) häufiger als in der Ekzemgruppe (34,9 %), ein verhaltensbezogener Risikofaktor, der das kardiovaskuläre Risiko weiter erhöhen kann und Chancen für integrierte Beratungen in dermatologischen Einrichtungen aufzeigt (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Überlappung von Atemwegserkrankungen stellt klassische immunologische Unterscheidungen in Frage

Ein unerwartetes Ergebnis war die ähnliche Prävalenz von Atemwegskomorbiditäten: Asthma war bei 34,6 % der Ekzempatienten und 32,1 % der Psoriasiskranken vorhanden (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Diese Beobachtung stellt einfache Modelle in Frage, die Ekzeme als rein Th2-gesteuert und Psoriasis als Th1/Th17-gesteuert kategorisieren, und könnte gemeinsame entzündliche Wege, diagnostische Überlappungen in realen Aufzeichnungen, Umwelt- oder Verhaltensfaktoren oder eine Mischung dieser Faktoren widerspiegeln (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Klinisch unterstützt das Ergebnis die Wachsamkeit gegenüber Atemwegskomorbiditäten bei Patienten mit einer der beiden Erkrankungen, anstatt das Risiko ausschließlich auf der Grundlage klassischer immunologischer Bezeichnungen anzunehmen.

Kognitive Symptome und Hinweise auf Lebensqualität

Über die traditionellen Begleiterkrankungen hinaus stellten die Forscher fest, dass ein messbarer Anteil der Patienten Schwierigkeiten beim Konzentrieren berichtete – zwischen 6,8 % und 8,1 %, je nach Gruppe (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Obwohl der Datensatz die Ursache der Konzentrationsschwierigkeiten nicht vollständig charakterisiert, wirft dieses Signal Bedenken hinsichtlich möglicher neurokognitiver Auswirkungen, Medikamenteneffekten, Schlafstörungen, Schmerzen oder breiterer Konsequenzen für die Lebensqualität auf, die Kliniker möglicherweise nicht routinemäßig überprüfen.

Weit verbreitete Exposition gegenüber systemischen Kortikosteroiden

Eine der am meisten umsetzbaren und besorgniserregenden Erkenntnisse war die hohe Prävalenz der systemischen Prednison-Exposition: Etwa ein Drittel der Patienten in beiden Gruppen hatte systemische Kortikosteroide erhalten (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Die langfristige oder wiederholte Anwendung von systemischen Kortikosteroiden birgt bekannte Risiken, und im Fall von Psoriasis gibt es spezifische Bedenken hinsichtlich eines Krankheitsrückfalls oder schwerer Schübe nach Absetzen, weshalb die aktuellen Richtlinien steroid-sparende Strategien bei der Behandlung chronischer entzündlicher Hauterkrankungen bevorzugen (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Die Autoren warnen, dass der Datensatz nicht zuverlässig bestimmen kann, warum Prednison verschrieben wurde – die Verschreibungen könnten auch für nicht-dermatologische Erkrankungen erfolgt sein – aber die hohe Exposition weist dennoch auf mögliche Lücken in der richtlinienkonformen Versorgung hin.

Praktische Implikationen für Kliniker

Insgesamt unterstützen diese Ergebnisse die Überlegung, Ekzeme und Psoriasis als Erkrankungen zu betrachten, die oft eine Versorgung über topische Behandlungen hinaus erfordern, mit Augenmerk auf die gesamte Person und nicht nur auf die Haut (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Eine routinemäßige Überprüfung auf Fettleibigkeit und Depression bei Patienten mit einer der beiden Erkrankungen erscheint angesichts der in dieser Studie beobachteten hohen Raten gerechtfertigt (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Patienten mit Psoriasis könnten besonders von einer proaktiven Bewertung des kardiovaskulären Risikos profitieren, einschließlich der Messung des Blutdrucks, von Nüchtern- oder Nichtnüchtern-Lipidprofilen und einer sorgfältigen Dokumentation und Beratung bezüglich des Raucherstatus (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Die hohe Prävalenz von Depressionen in beiden Erkrankungen unterstützt ebenfalls die Implementierung strukturierter psychischer Gesundheitsüberprüfungen (zum Beispiel kurze validierte Fragebögen) und klarer Überweisungswege, damit Patienten Zugang zu angemessener Versorgung erhalten können (Quelle: Schonmann et al., J Allergy Clin Immunol Pract. 2020; NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Die häufige Exposition gegenüber systemischen Kortikosteroiden, die identifiziert wurde, bietet die Möglichkeit, die richtlinienbasierte Versorgung zu verstärken, einschließlich der Berücksichtigung von steroid-sparenden systemischen Therapien und einem besseren Zugang zu biologischen Optionen, wo klinisch angemessen.

Studienbeschränkungen und deren Bedeutung

Da es sich um eine Querschnittsanalyse handelte, kann sie keine Ursache-Wirkung-Beziehungen herstellen oder feststellen, ob die Hauterkrankung den Begleiterkrankungen vorausging oder umgekehrt (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Reale Daten, einschließlich der elektronischen Gesundheitsakten, die im All of Us-Programm verwendet werden, können variieren, wie Diagnosen aufgezeichnet und kodiert werden, was zu Fehlklassifizierungen oder Unter- und Überberichterstattung einiger Erkrankungen führen kann (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Die Studie konnte auch nicht zuverlässig die klinische Indikation für Medikamente wie Prednison bestimmen, sodass einige Kortikosteroidverwendungen möglicherweise für andere medizinische Probleme und nicht speziell für Ekzeme oder Psoriasis erfolgten (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Trotz dieser Einschränkungen bieten die Größe und Vielfalt der All of Us-Kohorte nützliche, reale Einblicke in die Krankheitslast in Bevölkerungsgruppen, die in der klinischen Forschung historisch unterrepräsentiert waren (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Fazit

Diese Analyse verstärkt die Vorstellung, dass sowohl Ekzeme als auch Psoriasis oft systemische Erkrankungen mit erheblichen physischen und psychischen Gesundheitsfolgen sind, die über sichtbare Hautbefunde hinausgehen (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Während Psoriasis in diesem Datensatz ein stärkeres kardiometabolisches Risikoprofil zeigte, wiesen beide Krankheitsgruppen hohe Raten von Depression, Fettleibigkeit, Atemwegskomorbiditäten und bedeutender Exposition gegenüber systemischen Kortikosteroiden auf, die alle auf Lücken in der umfassenden Versorgung hinweisen (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).

Die praktische Erkenntnis für Kliniker besteht darin, integrierte, multidisziplinäre Ansätze zu verfolgen: Routinemäßig auf metabolische und psychische Gesundheitsprobleme zu screenen, die Bewertung des kardiovaskulären Risikos (insbesondere bei Psoriasis) einzubeziehen und steroid-sparende Strategien, wo möglich, zu priorisieren.

Quellen

  1. Harikrishnan N, Chen E, Wisco O. Systemische Belastungen und Versorgungslücken bei Ekzemen und Psoriasis: Einblicke aus dem NIH All of Us Research Program. Poster präsentiert auf: 2026 American Academy of Dermatology Annual Meeting; 27.–31. März 2026; Denver, Colorado. Poster-PDF: https://eposters.aad.org/s3/AM2026/poster/75276/Systemic+Burdens+and+Care+Gaps+in+Eczema+and+Psoriasis+Insights+from+the+NIH+All+of+Us+Research+Program.pdf (Quelle: NIH All of Us Research Program, Harikrishnan et al., AAD 2026 Poster).
  2. All of Us Research Program. National Institutes of Health. https://allofus.nih.gov (Quelle: NIH All of Us Research Program).
  3. Schonmann Y, Mansfield KE, Hayes JF, et al. Atopisches Ekzem im Erwachsenenalter und Risiko für Depression und Angst: Eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie. J Allergy Clin Immunol Pract. 2020;8(1):248-257.e16. doi:10.1016/j.jaip.2019.08.030 (Quelle: J Allergy Clin Immunol Pract, Schonmann et al. 2020).
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