Neuer Melanom-Impfstoff reduziert Rückfallrisiko nach 5 Jahren um fast die Hälfte

Neue Kombination aus Impfstoff und Immuntherapie kann Rückfallrisiko bei Melanom senken

Nach einer Operation zur Entfernung eines Melanoms ist eine der größten Sorgen, dass der Krebs zurückkehrt. Eine aktuelle klinische Studie zeigt, dass die Kombination eines personalisierten mRNA-Impfstoffs mit einer bereits etablierten Immuntherapie das Risiko für ein Wiederauftreten des Krebses oder einen krebsbedingten Tod nach fünf Jahren um etwa 49 % senken kann. Das sind zwar erste, aber sehr ermutigende Ergebnisse für Menschen mit Melanom, die Angst vor einem Rückfall haben.

Was die Studie untersucht hat

Die Studie mit dem Namen KEYNOTE-942 wurde von Forschern des NYU Langone Health und des Perlmutter Cancer Center geleitet. Untersucht wurden 157 Menschen, die sich einer Operation zur Entfernung von Melanomtumoren unterzogen hatten. Davon erhielten 107 zufällig ausgewählte Personen einen personalisierten Impfstoff namens intismeran zusammen mit dem Immuntherapeutikum pembrolizumab (Keytruda). Eine Vergleichsgruppe von 50 Personen bekam nach der Operation nur pembrolizumab, was derzeit als Standardbehandlung gilt. (Quelle: KEYNOTE-942 Studie; Journal of Clinical Oncology, 2026)

Die Ergebnisse wurden auf der Jahrestagung 2026 der American Society of Clinical Oncology vorgestellt und im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht. Die Patientinnen und Patienten wurden zwischen 2019 und 2021 an Krebszentren in den USA und Australien eingeschlossen. (Quelle: American Society of Clinical Oncology, 2026)

Die Fünf-Jahres-Ergebnisse einfach erklärt

Nach fünf Jahren Nachbeobachtung:

  • Etwa 68,8 % derjenigen, die den Impfstoff plus pembrolizumab erhielten, waren weiterhin krebsfrei.
  • Bei denjenigen, die nur pembrolizumab bekamen, waren es etwa 49,1 %.
  • Insgesamt war die Zugabe des Impfstoffs mit einem um 49 % geringeren Risiko verbunden, dass der Krebs zurückkehrt oder die Patientinnen und Patienten während der Studienzeit versterben.
  • Die Kombination verringerte außerdem das Risiko, dass sich der Krebs auf entfernte Körperstellen ausbreitet, um 59 %.
  • Die Fünf-Jahres-Überlebensrate lag bei 92,2 % in der Gruppe mit Impfstoff plus Immuntherapie und bei 71,3 % in der Gruppe mit nur pembrolizumab.

In beiden Gruppen starben während der Nachbeobachtung jeweils sieben Personen, die meisten davon an Krebs. Die Nebenwirkungen wurden als gut kontrollierbar beschrieben und umfassten Müdigkeit, Schmerzen an den Einstichstellen und Schüttelfrost. (Quelle: KEYNOTE-942 Studie; Journal of Clinical Oncology, 2026)

Wie diese Behandlung wirkt

Die Studie kombiniert zwei Methoden, um das Immunsystem im Kampf gegen den Krebs zu unterstützen.

Zum einen ist pembrolizumab eine Immuntherapie, die als PD-1-Hemmer bezeichnet wird. Sie blockiert einen sogenannten „Checkpoint“ auf Immunzellen, sodass das Immunsystem Krebszellen besser erkennen und angreifen kann.

Zum anderen ist intismeran ein personalisierter Impfstoff, der auf messenger RNA (mRNA) basiert. Er wird individuell aus den Informationen des entfernten Tumors hergestellt. Die Forschenden suchen nach ungewöhnlichen Tumorproteinen, sogenannten Neoantigenen, die nur bei diesem Krebs vorkommen. Der Impfstoff bringt dem Immunsystem bei, diese Neoantigene zu erkennen, damit T-Zellen verbliebene oder zurückkehrende Melanomzellen gezielt angreifen und zerstören können.

T-Zellen sind Immunzellen, die infizierte oder abnormale Zellen abtöten können. Krebszellen verstecken sich oft vor T-Zellen, indem sie Checkpoint-Moleküle nutzen. Der Impfstoff hilft den T-Zellen, den Krebs zu erkennen, und pembrolizumab sorgt dafür, dass die T-Zellen aktiv bleiben. Zusammen soll das die Wahrscheinlichkeit verringern, dass der Tumor wiederkommt.

Was das bedeutet – und was nicht

Diese Ergebnisse sind vielversprechend, weil sie zeigen, dass ein personalisierter mRNA-Impfstoff die langfristigen Behandlungserfolge verbessern kann, wenn er nach einer Operation zusätzlich zur Standard-Immuntherapie eingesetzt wird. Die Studie war eine Phase-IIb-Studie, die prüft, ob eine Behandlung genug Vorteile bietet, um in größere Studien überzugehen. Eine größere Phase-III-Studie läuft bereits, um zu bestätigen, ob der Impfstoff zusammen mit pembrolizumab als Erstlinientherapie bei Melanom hilft. Außerdem wird der Impfstoff bei anderen Krebsarten wie Lungenkrebs getestet. (Quelle: KEYNOTE-942 Studie; Journal of Clinical Oncology, 2026)

Es ist wichtig, vorsichtig zu bleiben. Obwohl die Fünf-Jahres-Zahlen ermutigend sind, braucht es größere und längere Studien, bevor diese Behandlung zur Routine wird. Sprechen Sie mit Ihrem Onkologen oder Ihrer Onkologin, ob neue Therapien oder klinische Studien für Ihre Situation infrage kommen.

Die Haut im Blick behalten

Wenn Sie eine Melanom-Vorgeschichte haben oder Muttermale und Hautveränderungen beobachten, kann es hilfreich sein, Fotos zu machen und Veränderungen über die Zeit zu dokumentieren. Alles, was schnell wächst, die Form oder Farbe verändert, zu bluten beginnt, schmerzhaft wird oder sich deutlich von anderen Muttermalen unterscheidet, sollte umgehend von einer Ärztin oder einem Arzt untersucht werden. Bei ernsten oder beunruhigenden Veränderungen suchen Sie bitte sofort medizinischen Rat.

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Wenden Sie sich an Ihre Dermatologin oder Ihren Onkologen, wenn Sie Bedenken wegen eines Muttermals, einer neuen Hautveränderung oder Fragen zur Nachsorge nach einer Melanom-Behandlung haben. Bei schnellem Wachstum, Blutungen, Schmerzen, Anzeichen einer Infektion oder anderen besorgniserregenden Symptomen sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Haftungsausschluss

Dieser Artikel fasst Ergebnisse zusammen, die auf einer medizinischen Konferenz vorgestellt und in einem Fachjournal veröffentlicht wurden. Er ersetzt keine ärztliche Beratung. Entscheidungen zur Behandlung sollten immer gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt getroffen werden.

Quellen

  1. Matteo S. Carlino et al, Individualized neoantigen therapy intismeran autogene (intismeran) plus pembrolizumab (pembro) in resected melanoma: 5-year update of the KEYNOTE-942 study, Journal of Clinical Oncology (2026). DOI: 10.1200/jco.2026.44.16_suppl.9500 (Quelle: KEYNOTE-942 Studie; Journal of Clinical Oncology, 2026)
  2. Präsentation auf der Jahrestagung 2026 der American Society of Clinical Oncology (Quelle: American Society of Clinical Oncology, 2026)

Literatur

  1. Cancer vaccine sustains 49% melanoma reduction after 5 years — https://medicalxpress.com/news/2026-05-cancer-vaccine-sustains-melanoma-reduction.html
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