Wie Dr. Kavita Mariwalla mit dem steigenden Hautkrebsrisiko bei jungen Menschen umgeht

Warum Hautkrebs in diesem Jahr mehr Aufmerksamkeit bekommt

Es ist der Monat der Hautkrebsaufklärung, und Ärztinnen und Ärzte schlagen Alarm: Melanome und andere Hautkrebsarten treten immer häufiger auf – besonders bei jüngeren Menschen. Das ist besorgniserregend, denn viele Fälle hängen mit Verhaltensweisen zusammen, die wir ändern können, wie zu viel Sonne oder Solarienbesuche.

Woran liegt der Anstieg von Hautkrebs bei jüngeren Menschen?

In einem aktuellen Interview berichtet Kavita Mariwalla, MD, FAAD – eine doppelt zertifizierte Dermatologin und Mohs-Chirurgin sowie Leiterin der American Society for Dermatologic Surgery – dass sie heute deutlich mehr junge Patientinnen und Patienten mit auffälligen Muttermalen und Hautkrebs sieht als früher. Dieser Trend ist vor allem in den letzten zehn Jahren deutlich geworden.

Verschiedene Faktoren spielen dabei eine Rolle. Viele verbringen immer noch zu viel Zeit ungeschützt in der Sonne, und Solarien sind in manchen Regionen weiterhin beliebt. Auch soziale Medien tragen dazu bei: Ein gebräunter, sonnengebräunter Look ist wieder angesagt, und Influencer oder Prominente zeigen manchmal sogar ihre Bräunungslinien, als wären sie ein Modetrend. Wenn bekannte Persönlichkeiten das Bräunen normalisieren, folgen andere oft nach.

Ein weiteres Problem ist das wachsende Misstrauen gegenüber ärztlichen Empfehlungen. Manche Menschen zweifeln an wissenschaftlichen Ratschlägen oder vertrauen lieber auf Hausmittel aus sozialen Netzwerken statt auf bewährte Schutzmaßnahmen wie Sonnenschutzmittel. Außerdem gab es in letzter Zeit weniger bundesweite Maßnahmen zur Regulierung von Solarien, was den Eindruck erwecken kann, das Risiko sei geringer als tatsächlich.

Was Ärztinnen und Ärzte jüngeren Patientinnen und Patienten raten

Ein Satz, den Dr. Mariwalla oft verwendet, lautet: Die Haut merkt sich alles. Das heißt, Sonnenbrände, Besuche im Solarium und jahrelange ungeschützte Sonneneinstrahlung summieren sich. Die Schäden zeigen sich nicht immer sofort, können aber später zu Hautkrebs oder sichtbarer Hautalterung führen.

Weil jüngere Menschen oft keine direkten Folgen spüren, ist es nicht immer leicht, sie zu überzeugen. Dr. Mariwalla erklärt, dass viele erst dann auf Sonnenschutz achten, wenn sie feine Linien oder Veränderungen an ihrer Haut bemerken. Bis dahin kann es helfen, auf das Aussehen anzusprechen – etwa wie Sonnenlicht die Haut altern lässt, Poren vergrößert oder Narben verschlimmert – um so zu einem bewussteren Umgang mit der Sonne zu motivieren.

Einfache Sonnenschutz-Tipps, die das Risiko senken können

Ärztinnen und Ärzte empfehlen einige einfache Maßnahmen, um die Haut zu schützen. Sie garantieren keinen vollständigen Schutz, können aber die schädliche UV-Strahlung deutlich reduzieren:

  • Tragen Sie breitbandigen Sonnenschutz auf alle unbedeckten Hautstellen auf. Erneuern Sie den Schutz regelmäßig, besonders nach dem Schwimmen oder Schwitzen.
  • Schützen Sie sich mit Kleidung, etwa breitkrempigen Hüten und langärmligen Shirts, wenn Sie längere Zeit in der Sonne verbringen.
  • Suchen Sie während der intensivsten Sonnenstunden Schatten auf (meist von vormittags bis nachmittags).
  • Vermeiden Sie Solarien und bewusstes Bräunen.
  • Vergessen Sie nicht weniger offensichtliche Stellen wie Hände, Brust und Schultern beim Eincremen.

Wie Dermatologinnen und Dermatologen über die Untersuchung hinaus helfen können

Dr. Mariwalla betont, dass sowohl Vorbeugung als auch frühe Erkennung wichtig sind. Dermatologinnen und Mohs-Chirurginnen können auch als Fürsprecherinnen und Fürsprecher wirken. Zwar hat die bundesweite Regulierung von Solarien zuletzt nachgelassen, doch auf Landes- und Kommunalebene können Regeln weiterhin viel bewirken. Außerdem unterstützen Fachärztinnen und -ärzte die Forschung zu besseren Sonnenschutzmitteln und setzen sich für Aufklärungskampagnen ein, um schädlichen Trends entgegenzuwirken.

Wie Sie Veränderungen Ihrer Haut beobachten können

Es ist hilfreich, Ihre Haut regelmäßig im Blick zu behalten. Fotos von Muttermalen oder Hautstellen über längere Zeit zeigen langsame Veränderungen und erleichtern es, Ärztinnen und Ärzten genau zu beschreiben, was Ihnen aufgefallen ist. Kleine, regelmäßige Kontrollen helfen, neue oder ungewöhnliche Veränderungen früher zu erkennen.

Wann Sie zum Arzt oder zur Ärztin gehen sollten

Vereinbaren Sie einen Termin bei einer Dermatologin oder Ihrem Hausarzt, wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bemerken:

  • Ein Muttermal oder eine Hautstelle verändert sich in Größe, Form oder Farbe
  • Eine Hautläsion blutet, tut weh oder heilt nicht ab
  • Ein schnell wachsender Knoten oder eine Wunde
  • Neue Hautstellen, die im Vergleich zu Ihren anderen Muttermalen ungewöhnlich aussehen

Jede besorgniserregende oder sich verändernde Hautveränderung sollte von einer Fachperson untersucht werden. Dieser Artikel dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Kurz zusammengefasst

Die Zahl der Hautkrebserkrankungen steigt, vor allem bei jüngeren Menschen. Ursachen sind unter anderem UV-Strahlung, Bräunungsverhalten, Trends in sozialen Medien und Skepsis gegenüber medizinischen Empfehlungen. Einfache Schutzmaßnahmen und regelmäßige Kontrollen können das Risiko senken. Dermatologinnen und Dermatologen spielen eine wichtige Rolle bei Aufklärung und lokalem Engagement.

Quellen

  1. Interview mit Kavita Mariwalla, MD, FAAD, doppelt zertifizierte Dermatologin, Mohs-Chirurgin und Präsidentin der American Society for Dermatologic Surgery (ASDS).
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