Herausforderungen bei Überweisungen in der Behandlung von fortgeschrittenem kutanem Plattenepithelkarzinom meistern
Warum das wichtig ist
Das kutane Plattenepithelkarzinom (CSCC) ist eine häufige Form von Hautkrebs. Die meisten Fälle werden früh erkannt und behandelt, doch manche Tumoren entwickeln sich weiter – sie wachsen zurück, breiten sich aus oder verursachen Symptome, die die Behandlung beeinflussen. Kürzlich trafen sich Dermatologinnen und Dermatologen sowie medizinische Onkologinnen und Onkologen, um zu besprechen, wie Menschen mit fortgeschrittenem CSCC am besten versorgt werden können – insbesondere, wann neue Immuntherapien zum Einsatz kommen sollten und wie die Zusammenarbeit im Team funktionieren kann.
Was bei dem Treffen besprochen wurde
Die Diskussion unter der Leitung von Nina Ran, MD, drehte sich um einen konkreten Patientenfall und Daten aus drei wichtigen Studien zur Immuntherapie. Die Fachärztinnen und Fachärzte verglichen die Medikamente, sprachen darüber, wie Patientinnen und Patienten zwischen Dermatologie und Onkologie wechseln, und diskutierten, wann eine Operation noch notwendig ist und wann eine Immuntherapie allein ausreichen kann.
Kurze Zusammenfassung in verständlicher Sprache
Bei fortgeschrittenem CSCC gehören Immuntherapien – Medikamente, die das Immunsystem dabei unterstützen, den Krebs zu bekämpfen – inzwischen oft zu den Behandlungsoptionen. Ärztinnen und Ärzte wägen kleine Unterschiede zwischen den verfügbaren Immuntherapien ab und überlegen, ob ein Medikament weniger Nebenwirkungen verursacht oder besser für ältere, gebrechliche Patientinnen und Patienten geeignet ist. Gleichzeitig sind Überweisungswege und Nachsorge sehr unterschiedlich organisiert, sodass der Weg durch die Behandlung je nach Wohnort ganz verschieden aussehen kann.
Wie sich die Immuntherapie-Medikamente unterscheiden
Die bei CSCC eingesetzten Immuntherapien wirken, indem sie die Signale unterbrechen, mit denen der Krebs sich vor dem Immunsystem versteckt. Zwei häufig verwendete Medikamente, cemiplimab und pembrolizumab, binden an ein Protein auf Immunzellen namens PD-1. Ein weiteres Medikament, cosibelimab, bindet an ein verwandtes Protein namens PD-L1.
Cosibelimab behält außerdem einen Teil des Antikörpers, der andere Immunzellen anlocken kann, um Tumorzellen zu zerstören – eine Wirkung, die als antikörperabhängige zelluläre Zytotoxizität bezeichnet wird. Dieser Effekt wurde bisher in Laborzellen (sogenannten Jurkat-Zellen) beobachtet, ist aber bei Menschen mit CSCC noch nicht bestätigt, weshalb die Bedeutung im Alltag noch unklar ist.
Studienberichte deuten darauf hin, dass cosibelimab möglicherweise seltener immunbedingte Nebenwirkungen verursacht. Die Ärztinnen und Ärzte waren sich jedoch einig, dass dies erst in größeren Patientengruppen bestätigt werden muss, bevor sich die Behandlungspraxis ändert.
Wirken diese Medikamente gleich?
Die Fachleute verglichen Ergebnisse aus drei Studien: CK-301-101, EMPOWER-CSCC-1 und KEYNOTE-629 (jeweils benannt nach ihrer Studiennummer). Insgesamt waren die Ansprechraten meist höher, wenn der Krebs lokal fortgeschritten war (also hauptsächlich in einem Bereich blieb), als wenn er sich auf entfernte Stellen ausgebreitet hatte (metastasiert war).
Das hat mehrere Gründe: Zum einen biologisch – wenn sich der Krebs ausbreitet, ist das Immunsystem oft weniger in der Lage, ihn zu kontrollieren. Zum anderen technisch – die in Studien verwendeten Bildgebungsregeln (RECIST genannt) verhindern manchmal, dass eine „vollständige Rückbildung“ offiziell bestätigt wird. So können zum Beispiel Narbengewebe oder bestimmte Knochenveränderungen auf den Bildern erscheinen und eine vollständige Rückbildung ausschließen, auch wenn die Ärztin oder der Arzt bei der Untersuchung keinen Tumor mehr sieht.
Wie Patientinnen und Patienten zwischen Ärztinnen und Ärzten wechseln
Die Gruppe sprach darüber, wie Überweisungen im Alltag funktionieren. Große Universitätskliniken haben oft Teams, die Patientinnen und Patienten gezielt weiterleiten, sowie gemeinsame elektronische Patientenakten, was den Wechsel von der Dermatologie zur Onkologie erleichtert.
In der Praxis von niedergelassenen Dermatologinnen und Dermatologen werden dagegen seltener routinemäßige Staging-Scans oder regelmäßige Kontrolluntersuchungen mit Bildgebung bei CSCC durchgeführt. Für einige Ärztinnen und Ärzte in der Praxis kann es unklar oder langwierig sein, Patientinnen und Patienten an die Onkologie zu überweisen. Selbst wenn Krankenhäuser dasselbe elektronische System nutzen, können Zugangs- oder Genehmigungsregeln Verzögerungen verursachen.
Die Wahl der Medikamente ändert sich in der Praxis
Früher entschieden sich viele Ärztinnen und Ärzte für cemiplimab, weil es früh Daten gab, die den Einsatz vor einer Operation (neoadjuvante Therapie) unterstützten. In letzter Zeit wählen einige zunehmend cosibelimab für bestimmte Patientinnen und Patienten, vor allem für ältere oder gebrechliche, da Studienberichte auf weniger immunbedingte Nebenwirkungen hindeuteten.
Diese vermutete Sicherheitsvorteil ist aber noch nicht bewiesen. Ein Teilnehmer wies darauf hin, dass bei der Studie zu cosibelimab keine Forscher aus den USA beteiligt waren, was die Meldung von Nebenwirkungen beeinflussen könnte. Viele im Team gingen davon aus, dass die Medikamente wahrscheinlich ähnlich wirksam sind. Ein bestätigter Sicherheitsvorteil wäre jedoch ein starkes Argument, um ein Medikament für gebrechliche Patientinnen und Patienten zu bevorzugen.
Operation und der richtige Zeitpunkt für die Behandlung
Die Immuntherapie verändert die Entscheidung über Operationen. Einige Teams behandeln Patientinnen und Patienten zuerst mit Immuntherapie und entscheiden anhand von Nachuntersuchungen und Bildgebung, ob eine Operation noch nötig ist. So richtet sich der Behandlungsplan nach dem Verhalten des Tumors und nicht nach einem festen Zeitplan.
Die Chirurginnen und Chirurgen im Panel berichteten, dass bei Patientinnen und Patienten, die nach der Immuntherapie klinisch tumorfrei erscheinen, selten noch eine Operation nötig ist. Bei älteren oder gebrechlichen Menschen sind die Teams oft zurückhaltend mit Operationen, wenn Bildgebung und Untersuchungen unauffällig sind.
Nachbehandlung mit Immuntherapie wird diskutiert
Es gab unterschiedliche Meinungen zur routinemäßigen Anwendung einer Immuntherapie nach der Operation (adjuvante Therapie), um das Rückfallrisiko zu senken. Zwei aktuelle Studien zeigten unterschiedliche Ergebnisse: Eine zeigte eine deutliche Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens, die andere erreichte trotz ähnlicher Tendenz keine statistische Signifikanz.
Manche Ärztinnen und Ärzte vermuten, dass diese Unterschiede eher an der Studiengestaltung oder den eingeschlossenen Patientinnen und Patienten liegen als an einem echten Unterschied zwischen den Medikamenten. Andere befürchten, dass eine einjährige adjuvante Therapie viele Menschen überbehandeln könnte, die durch die Operation bereits geheilt sind – denn die Rückfallraten bei Hochrisikopatienten liegen in vielen Gruppen noch unter 50 %.
Außerdem wiesen die Fachleute auf die Belastung durch leichte Nebenwirkungen bei älteren Patientinnen und Patienten hin sowie auf den Aufwand zusätzlicher Arztbesuche – was manche als „Zeittoxizität“ und „finanzielle Belastung“ bezeichneten. Diese Aspekte sollten bei der Entscheidung für eine adjuvante Behandlung unbedingt besprochen werden.
Wie Sie Hautveränderungen gut beobachten
Wenn Sie eine Hautveränderung oder eine vernarbte Stelle nach der Behandlung im Auge behalten, können regelmäßige, klare Fotos helfen, Veränderungen zu erkennen. Notieren Sie das Datum auf den Bildern und bringen Sie sie zu Ihren Terminen mit, damit Ihr Behandlungsteam den Verlauf bestmöglich nachvollziehen kann.
Wann Sie zum Arzt gehen sollten
Wenden Sie sich an Ihre Dermatologin oder Ihren Onkologen, wenn Ihnen eine Hautveränderung auffällt, die in Größe, Farbe oder Form verändert, zu bluten beginnt, schnell wächst, schmerzhaft wird oder Anzeichen einer Infektion zeigt. Wenn Sie bereits wegen CSCC behandelt wurden und neue Symptome wie anhaltende Schmerzen oder neue Knoten bemerken, informieren Sie Ihr Behandlungsteam möglichst bald. Die Entscheidungen zur Behandlung sind individuell, und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen Risiken und Optionen für Ihre Situation erklären.
Haftungsausschluss
Dieser Artikel fasst eine medizinische Fachveranstaltung zusammen und gibt die dort geäußerten Meinungen wieder. Er soll Ihnen helfen, die aktuellen Diskussionen zum fortgeschrittenen CSCC und zur Immuntherapie besser zu verstehen, ersetzt aber keine medizinische Beratung. Die Wahl der Behandlung hängt von Ihrer persönlichen Gesundheit, den Eigenschaften des Tumors und den verfügbaren Möglichkeiten ab. Besprechen Sie Fragen oder Entscheidungen immer mit Ihrer Dermatologin oder Ihrem Onkologen.
Quellen
- Dermatology Times Evolving Paradigms Event in Boston (Zusammenfassung einer interdisziplinären Diskussion unter Leitung von Nina Ran, MD)
- CK-301-101 (Studienkennzeichen NCT03212404)
- EMPOWER-CSCC-1 (Studienkennzeichen NCT02760498)
- KEYNOTE-629 (Studienkennzeichen NCT03284424)
- Veranstaltungsunterstützung: Bildungsförderung durch Sun Pharmaceuticals