Lentigo (ICD-10: L81) 💚

Lentigo (Melanin-Hyperpigmentierung, aktinischer Lentigo, Sonnenflecken)

Lentigo, auch bekannt als Melanin-Hyperpigmentierung, aktinischer Lentigo oder Sonnenflecken, ist eine gutartige Hautwucherung, die durch einen hellbraunen Fleck oder mehrere kleinere Flecken derselben Art gekennzeichnet ist. Lentigo tritt typischerweise bei Personen über 35 Jahren auf, meist als Folge längerer Exposition gegenüber ultravioletter Strahlung der Sonne. Bei jüngeren Personen ist Lentigo selten (weniger als 20 % der Fälle), und wenn er auftritt, ist er oft mit Stoffwechsel- oder Hormonstörungen verbunden. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, Lentigo zu entwickeln, wobei 90 % der über 60-Jährigen mindestens einen Lentigo haben.

Prädisponierende Faktoren

Die genaue Ursache von Lentigo ist nicht vollständig geklärt, es wurden jedoch mehrere prädisponierende Faktoren identifiziert, die die Wahrscheinlichkeit einer Hyperpigmentierung erhöhen können. Diese Faktoren können das Auftreten und das Wachstum von Lentigo beeinflussen:

  • Ultraviolette Strahlung: Sowohl natürliches Sonnenlicht als auch künstliche UV-Strahlung tragen zu einer übermäßigen Melaninproduktion in der Haut bei, was zur Bildung von Lentigo führt.
  • Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Schwankungen, insbesondere solche, die Sexualhormone, Schilddrüsenhormone und Nebennierenhormone betreffen, können die Entwicklung von Lentigo beeinflussen.
  • Ionisierende Strahlung, Viruserkrankungen und Verletzungen: Diese Faktoren können ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung oder dem Wachstum von Lentigo spielen.
  • Genetische Faktoren: Bei bestimmten Personen kann eine genetische Veranlagung für die Entwicklung von Lentigo bestehen.
  • Helle Haut: Personen mit einem Fitzpatrick-Hauttyp I-II sind aufgrund der Empfindlichkeit ihrer Haut gegenüber UV-Strahlung anfälliger für die Entwicklung von Lentigo.
  • Alter über 35 Jahre: Die Wahrscheinlichkeit, Lentigo zu entwickeln, steigt mit zunehmendem Alter, insbesondere nach dem 35. Lebensjahr.

Diagnostik

Die Diagnose von Lentigo basiert auf einer klinischen Untersuchung, die eine visuelle Inspektion der Läsion und eine Dermatoskopie zur Beurteilung der Pigmentierung umfasst. Bei Verdacht auf eine bösartige Entartung oder abnormale Wachstumsmuster kann eine Biopsie (z. B. eine Exzisionsbiopsie) empfohlen werden, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Symptome

Bei einer visuellen Untersuchung erscheint Lentigo als flacher Fleck oder als Gruppe von Flecken, die leicht über die Hautoberfläche hinausragen (in der Regel nicht mehr als 1 mm). Die Läsionen können symmetrisch oder unregelmäßig geformt sein, beispielsweise wenn mehrere Flecken miteinander verschmelzen oder eine Gruppe bilden. Lentigo kann als Ansammlung mehrerer Flecken auftreten, die manchmal ganze Körperregionen bedecken. Die Oberfläche von Lentigo ähnelt in der Regel der Textur normaler Haut, allerdings können manchmal kleine raue Stellen oder Schuppenbildung beobachtet werden.

Die Grenzen von Lentigo sind in der Regel klar, können jedoch oft unregelmäßig sein, insbesondere bei größeren oder multifokalen Flecken. Die Färbung reicht von hellbraun bis dunkelbraun, und die Pigmentierung ist in der Regel gleichmäßig über die Läsion verteilt. Gelegentlich kommt es zu einer allmählichen Abnahme der Farbintensität von der Mitte zu den Rändern hin oder zu einer unregelmäßigen Farbveränderung innerhalb des Pigmentbereichs. Mit der Zeit kann die Farbe von Lentigo intensiver werden. In einigen Fällen können aufgrund der Verhornung in den oberen Schichten der Epidermis Grautöne auftreten.

Lentigo hat in der Regel keinen Einfluss auf das Haarwachstum. In einigen Fällen kann jedoch im zentralen Bereich der Läsion grobes oder flaumiges Haar wachsen.

Die Größe von Lentigo kann stark variieren. Einzelne Flecken können einen Durchmesser von 2–3 mm bis zu viel größeren Flecken von bis zu 3–4 cm haben. Wenn Läsionen gruppiert auftreten, können sie mehrere Bereiche bedecken und sich manchmal über mehrere Zentimeter ausdehnen.
Bei Palpation fühlt sich Lentigo wie normale Haut an, bei älteren Läsionen kann jedoch eine Rauheit festgestellt werden, und gelegentlich kann ein leichter Juckreiz auftreten.

Dermatoskopische Beschreibung

Die dermatoskopische Untersuchung von Lentigo zeigt folgende Merkmale:

  • Gleichmäßiges Pigmentnetzwerk: Ein Muster aus hypopigmentierten Löchern und gleichmäßigen Linien, die von hellbraun bis dunkelbraun reichen. Die Linien werden zum Rand der Läsion hin dünner.
  • Pseudonetzwerk: Eine netzartige Struktur, die durch Hautöffnungen und Haarfollikel vor dem Hintergrund einer diffusen braunen Pigmentierung gebildet wird.
  • Ringförmige körnige Strukturen: Körnige Pigmentierung, die die Haarfollikel in Form eines regelmäßigen Rings umgibt.
  • Regelmäßige Punkte: Kleine, runde, hyperpigmentierte Strukturen, die sich in der Mitte oder entlang der pigmentierten Linien des Netzwerks befinden.
  • Diffuse gleichmäßige Verfärbung: Die gesamte Formation kann ein gleichmäßiges Pigmentierungsmuster über die gesamte Läsion aufweisen.

Differentialdiagnose

Es ist wichtig, Lentigo von anderen pigmentierten Neoplasien oder Erkrankungen zu unterscheiden, darunter:

  • Postinflammatorische Hyperpigmentierung
  • Angeborene dermale Melanozytose
  • Halo-Nävus
  • Spitz-Nävus
  • Dysplastischer Nävus
  • Lentigo-Melanom
  • Pigmentiertes Basalzellkarzinom
  • Melanom

Risiken

Lentigo gilt allgemein als harmlos und birgt kein signifikant erhöhtes Risiko für eine bösartige Entartung. Ohne äußere Einflüsse wie Traumata oder UV-Strahlung bleibt das Malignitätsrisiko gering und vergleichbar mit dem Risiko für Melanome in unveränderter Haut. Zu den Anzeichen einer möglichen Malignität zählen jedoch Veränderungen im Erscheinungsbild der Läsion, wie z. B. eine Vergrößerung, eine unregelmäßige Form oder das Auftreten subjektiver Symptome wie Juckreiz oder Blutungen.

Maligne Lentigo (auch bekannt als Dubreuilh-Melanose) ist eine Krebsvorstufe, und Personen mit dieser Form von Lentigo haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an einem Melanom zu erkranken.

Vorgehensweise

Wenn Lentigo keine Anzeichen einer Schädigung oder signifikante Veränderungen im Aussehen aufweist, ist eine Selbstbeobachtung in der Regel ausreichend. Dazu sollten jährliche Kontrollen auf Veränderungen, insbesondere an schwer einsehbaren Stellen, gehören. Bei mechanischen Verletzungen der Läsion oder bei Veränderungen im Aussehen oder neuen Empfindungen sollte sofort ein Dermatologe oder Onkologe konsultiert werden.

Ein Arzt entscheidet anhand der Merkmale der Läsion, ob eine weitere Beobachtung oder Entfernung erforderlich ist. Nävi, die chronischen Traumata ausgesetzt sind (durch Kleidung, Schmuck oder berufliche Tätigkeiten), sollten entfernt werden, um weitere Reizungen zu vermeiden.

Bei Personen, die dynamisch beobachtet werden, ist es hilfreich, die Lentigo zu fotografieren, um Veränderungen im Laufe der Zeit zu dokumentieren. Patienten mit mehreren Lentigo-Läsionen sollten von einem Dermatologen oder Onkologen untersucht werden, idealerweise vor und nach den Sommermonaten (um die Sonneneinstrahlung zu beurteilen). Die Erstellung einer Karte der Hautneoplasmen ist ebenfalls ein nützliches Hilfsmittel, um Veränderungen bestehender Läsionen zu überwachen und neue zu erkennen.

Behandlung

Lentigo wird in der Regel als kosmetisches Problem angesehen, und die Behandlungsmöglichkeiten werden in der Regel individuell besprochen. Wenn das kosmetische Erscheinungsbild von Lentigo kein Problem darstellt, ist eine Behandlung möglicherweise nicht erforderlich. Für diejenigen, die eine Entfernung wünschen, können kleine Läsionen chirurgisch entfernt werden. Bei mehreren Lentigo-Läsionen, die ähnlich aussehen, können konservative Behandlungen wie kosmetische Eingriffe angewendet werden.

Jede Behandlung von Lentigo mit destruktiven Methoden (Laserbehandlung, Kryodestruktion oder kosmetische Eingriffe) sollte unter Aufsicht eines Dermatologen oder Onkologen erfolgen, vorzugsweise nach einer dermatoskopischen Untersuchung. Destruktive Methoden werden bei Pigmentläsionen im Allgemeinen nicht empfohlen, da es schwierig sein kann, eine maligne Entartung allein durch eine klinische Untersuchung rechtzeitig zu erkennen.

Wenn eine chirurgische Entfernung nicht möglich ist oder eine kosmetische Verbesserung im Vordergrund steht, ist eine sorgfältige Überwachung der Stelle, an der sich die Lentigo befand, nach der Behandlung von entscheidender Bedeutung.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung von Lentigo und ihrer bösartigen Entartung ist eine sanfte und konsequente Pflege der Haut erforderlich:

  • Vermeiden Sie übermäßige UV-Strahlung, wie z. B. Solarien und längere Sonnenexposition.
  • Tragen Sie Sonnenschutzmittel auf und tragen Sie bei starker Sonneneinstrahlung geeignete Kleidung.
  • Vermeiden Sie chronische Hautverletzungen, die zu Reizungen und weiteren Schäden führen können.
  • Minimieren Sie die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung und Umweltgefahren.
  • Einhaltung von Sicherheitsvorschriften beim Umgang mit haut schädigenden Substanzen.
  • Auf persönliche Hygiene achten und Hautveränderungen proaktiv beobachten.

Regelmäßige Untersuchung von Lentigo-Flecken, rechtzeitige Konsultation eines Spezialisten bei Veränderungen und Entfernung potenziell gefährlicher Läsionen sind für die Erhaltung der Hautgesundheit unerlässlich.